Klimaschutz unter Druck – wie reagieren Unternehmen?
Shownotes
In dieser Podcast-Folge werfen wir einen kritischen Blick auf die Rolle des Klimaschutzes in österreichischen Unternehmen. Podcast-Host Anna Breuer geht gemeinsam mit Marion Zöchbauer und Johannes Naimer-Stach von der Klimaschutzakademie der Frage nach: Wie stark prägen die EU-Berichtspflichten und nationale Klimaziele die strategischen Entscheidungen heimischer Betriebe? Darüber hinaus diskutieren sie, wie Unternehmen Klimaschutzmaßnahmen als Wettbewerbsvorteil nutzen können und welche Rolle dabei Innovation spielt.
Fürs Klima aktiv werden
Der Leitfaden für Unternehmen "Der Weg zur Klimaneutralität" fasst die wissenschaftlichen Grundlagen zusammen und weist Unternehmen einen praxisorientierten Weg zur Dekarbonisierung: https://ccca.ac.at/fileadmin/00DokumenteHauptmenue/03Aktivitaeten/AGs/AGKlimaneutralitaet/KlimaneutralitaetLeitfadenBF.pdf
klimaaktiv für Unternehmen: energieeffiziente Prozesse und eine umweltfreundliche Mobilitätsstrategie: https://www.klimaaktiv.at/unternehmen
Die Klimaschutzakademie: https://www.klimaschutzakademie.com/
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00:00:03: In dieser Folge diskutieren wir, ob Klimaschutz für Unternehmen in Österreich aktuell Priorität hat.
00:00:21: Denn das Klimagesetz in Österreich ist nach wie vor nicht beschlossen, Und die EU hat vor, die Nachhaltigkeitsberichtserstattung für Unternehmen zu vereinfachen, um Verwaltungskosten zu sparen.
00:00:33: Die CSR-D-Richtlinie soll außerdem um zwei Jahre auf dem Jahr und zwanzig verschoben werden.
00:00:39: Was das genau bedeutet, dazu kommen wir noch.
00:00:42: Für das heutige Gespräch habe ich Marion Zöchbauer und Johannes Neimer-Stach eingeladen.
00:00:48: Sie sind schon seit Jahren leidenschaftlich aktiv fürs Klima.
00:00:52: Freut mich, dass ihr heute da seid.
00:00:54: Hallo, danke für die Einladung.
00:00:56: Vielen Dank.
00:00:57: Johannes Naima-Stach bringt viel Expertise an der Schnittstelle zur Wirtschaft und europäische Politik mit.
00:01:03: Er hat einen Master in European Studies und war unter anderem für den WWF und für die EU-Agentur Climate Kick tätig, wo er viel mit Startups und Klimainnovationen zu tun hatte.
00:01:15: Marion Zöchbauer kommt aus der Organisations- und Personalberatung, hat viel Erfahrung im HAA-Bereich und die Themen soziale Nachhaltigkeit und Klimaschutz beschäftigen sie schon sehr lange.
00:01:26: In den vergangenen Jahren haben die beiden die Klimaschutzakademie gegründet, wo sie ihr Wissen an UnternehmerInnen weitergeben.
00:01:34: Liebe Marion, lieber Joe, ihr habt in eurem Alltag viel mit UnternehmerInnen zu tun.
00:01:39: Salopp gesagt macht Klimaschutz für Unternehmen aktuell überhaupt Sinn?
00:01:45: Ich glaube, Klimaschutz hat immer Sinn gemacht für Organisationen.
00:01:49: Ich würde fast meinen, dass es aufgrund der Regulaturreg, vielleicht ein bisschen in eine falsche Richtung gegangen ist, also dass man zu sehr den Fokus auf Regulaturreg gelegt hat, Diskussion auf Kosten, was wird das Kosten für Organisationen anstatt auf die Chancen und Möglichkeiten, die sich auch bieten, wenn Organisationen Klimaschutz ernst nehmen und auch umsetzen.
00:02:11: Ich glaube, dass in dem Thema in den letzten Jahren sehr viel Druck drin war, dass sich sehr viele Unternehmen versucht haben, mit dem Thema auch anzufreunden, also Klimanachhaltigkeit im Allgemeinen, aber dann auch immer gleich Reporting.
00:02:30: Und man muss ehrlich sagen, dass der Druck, der ist draußen, also auch die Kolleginnen und Kollegen, die in beratenden Funktionen sind, Nachhaltigkeitsmanagement in Unternehmen machen
00:02:41: etc.,
00:02:42: die berichten, dass das eigentlich mehr oder weniger komplett einbrauchen ist an der Stelle, wenn man sich das jetzt vor allem aus dieser Reportingperspektive anschaut.
00:02:52: Ich sehe es ein bisschen wie so ein Seriendrümmerbruch, weil natürlich gibt es die Diskussion rund um die Verschiebung des CSID für die kleineren Unternehmen, also dass die Reportingpflicht nach hinten verschoben wird.
00:03:04: Das ist ein wesentliches Element.
00:03:07: Das darf man aber, glaube ich, nicht ablösen vom allgemeinen Kontext.
00:03:10: Also da gibt es immer noch einen Ukrainekrieg, da gibt es immer noch Rezisionsängste.
00:03:16: Ich glaube, es ist sehr viel Verunsicherung da und es gibt, sage ich jetzt mal aus meiner Perspektive natürlich, more sexy topics wie eben die KI.
00:03:26: Das heißt, wenn ich heute die Wahl habe als Unternehmer, schicke ich meine Leute ins Thema Nachhaltigkeit oder Klimaschutz, wo ich nicht... unbedingt weiß, wohin die Reise geht oder in einer zum Beispiel Karierschulung, dann entscheiden sie sich aktuell viel stärker für diese Themen.
00:03:42: Wir sehen dann vor einer starke Unsicherheit gerade auch, wo genau es hingeht und ob man jetzt vielleicht abwarten soll oder doch voran das Thema vorantreiben.
00:03:51: Vielleicht nochmal kurz zur Begriffsklärung.
00:03:54: Was ist denn genau mit CSR-D-Richtlinie gemeint machen?
00:03:58: Könntest du das kurz für unsere Hörerinnen nochmal klären?
00:04:02: Die CSRD steht für die Corporate Sustainability Reporting Directive, wo es darum geht, dass die EU eben Reporting Pflichten definiert für Organisationen.
00:04:14: wo bestimmte Themen definiert sind, rund um Thema Nachhaltigkeit über die Organisationen dann berichten müssen und den Bericht legen müssen, wirklich mit Indikatoren dahinter, KPIs, messbare, quantitative, KPIs auch und auch qualitativ zu erklären.
00:04:32: Die Idee dahinter war, die Transparenz zu erhöhen.
00:04:35: Also die Kernidee hinter ganz vielen Regulatorien, die die EU da im Petto hat, die teilweise jetzt wieder ein bisschen zurückgenommen werden, die Kernidee war immer transparent zu schaffen.
00:04:48: Und Transparenz hilft uns im Thema Nachhaltigkeit halt wahnsinnig, weil dann wiederum auch die Kundinnen und Kunden von den Organisationen anders entscheiden können, wenn sie wirklich wissen, was steckt hinter dem Produkt, hinter dem Service, hinter der Dienstleistung.
00:05:02: Das ist die Kernidee aus unserer Perspektive wahnsinnig intelligent.
00:05:06: Die Frage ist natürlich, ist es gut genug umgesetzt worden oder wurde es auch gut genug aufgenommen?
00:05:11: Und ich glaube, da muss man auch ein bisschen Nabelschau betreiben und sagen, ja, vielleicht waren die NachhaltigkeitsberaterInnen auch nicht immer ganz richtig, damit das sehr stark auf das Reporting hinzuspitzen, hinzu unternehmen.
00:05:26: Ja, wie ist denn das?
00:05:27: wie beeinflussen denn die EU-Vorgaben, die Klimaschutzvorhaben der österreichischen Wirtschaft?
00:05:34: Ich würde es vielleicht versuchen, so aufzulösen, dass dadurch, dass wir ja auch auf europäischer Ebene tätig sind, ist das regulatorische in Österreich für die Unternehmenslandschaft viel relevanter als vielleicht in anderen Ländern eben auch in der EU.
00:05:54: Und das ist interessant.
00:05:56: weil die Diskussion jetzt was mit einer externen Brille betrachtet, nicht österreichischen Brille, sehr stark über diese Regulatorik geht und über die Kosten.
00:06:06: Und das ist nicht zwingend überall so, das muss man mal sagen.
00:06:11: Ich glaube, dass das eben in Österreich noch einmal noch einmal um eine Spur unsicherer war über die lange Regierungsbildungszeit.
00:06:21: Wir sind ja auch sehr von Deutschland abhängig, da war ja auch eine lange Regierungsbildung.
00:06:27: Ich glaube, das ist in unserem Breiten auch mit verstärkter Rezession verbunden, dass sich da viele jetzt nicht so bewegen trauen.
00:06:36: Ich würde es eben nicht nur auf die Regulaturen runterbrechen, wie gesagt, ich glaube, es geht um mehr.
00:06:40: Aber was Fakt ist, ist, dass wir sehen, dass das vollkommen eingeschlafen ist, das Geschäft.
00:06:46: Das kann jetzt sein, dass sich das kurz bis mittelfristig auch wieder erholen wird.
00:06:51: Aber diesen Tipp, also diesen Zusammenbruch, diesen Nachfragezusammenbruch, jetzt mache ich das Thema seit wahrscheinlich schon fast zwanzig Jahren, den habe ich in der Form einfach noch nie gesehen.
00:07:00: Ihr könnt jetzt nicht in die Zukunft schauen, wie sie es entwickelt, aber es gibt schon einen Trend, was nach diesem Einbruch dann passiert.
00:07:08: Also ein Trend ist spannend, ich würde es sehr gerne in die Zukunft schon können.
00:07:11: Diskussionen gibt es natürlich viele, auch wenn man sich international ein bisschen umschaut vielleicht.
00:07:16: Wahnsinnig viele Artikel unter ESG ist da, Long Live ESG, kann man danach googeln, findet man unterschiedlichste.
00:07:26: Im Kern sind sich die Expertinnen und Experten alle einig.
00:07:30: Mit einem Naturgesetz kann man nicht verhandeln.
00:07:32: Das Thema geht nicht weg.
00:07:34: Die Frage ist, wie können die Organisationen umsetzen?
00:07:39: sind unterschiedliche Zugänge, glaube ich, was man Organisationen auch sagt oder was Expertinnen auch Organisationen sagen.
00:07:46: Das eine ist natürlich das als Wettbewerbsvorteil zu sehen.
00:07:49: Also sich auf das zu besinnen und zu sagen, okay, was brauche ich als Organisation?
00:07:53: Und Organisationen stehen im Wettbewerb zueinander, so wie auch unser Wirtschaftssystem jetzt aktuell gestaltet ist.
00:07:58: Und das als Wettbewerbsvorteil zu verstehen, wenn ich mich jetzt damit auseinandersetze, ich glaube, wenn das gelingt, dann ist ganz klar, dass die Reise da weitergehen wird.
00:08:08: vielleicht weniger stark mit einem Blick auf Reports zu schreiben, sondern uns auf das zu besinnen, was wichtig ist, nämlich in die Umsetzung zu gehen von Maßnahmen, die in die richtige Richtung gehen.
00:08:18: Also das wäre natürlich schön und ich bin ganz zuversichtlich, dass das auch tatsächlich passieren wird.
00:08:23: Apropos Umsetzung, wir haben noch kein Klimaschutzgesetz, aber welche Rolle spielen dann die nationalen Klimaschutzziele für die Unternehmen?
00:08:33: Man muss vielleicht zwei Dinge unterscheiden.
00:08:35: Es gibt, glaube ich, die Tagespolitik, also die Diskussion darüber und es gibt, glaube ich, die langfristige strategische Perspektive.
00:08:43: Und natürlich ist er ein gutes, zielgerichtetes, durchdachtes und dann auch am Ende des Tages sanktionierbares Klimagesetz etwas, was einfach Fakten schafft.
00:08:56: Das ist unbestreitbar an der Stelle.
00:09:01: glaubt, dass sehr viele Unternehmen sich strategisch das Thema sowieso vorgenommen haben und auch nicht daran vorbeikommen, weil ja auch andere Treiber auf Unternehmen wirken.
00:09:09: Das heißt, wenn ich ein kleines Unternehmen bin, dann bin ich direkt oder vielleicht indirekt ein Zuliefererbetrieb für ein großes, reportingpflichtiges Unternehmen und dann werde ich, komme ich sowieso nicht daran vorbei, da Zahlen zu generieren.
00:09:23: Also das ist, glaube ich, Erstens mal Fakt.
00:09:25: und zweitens, das bleibt auch.
00:09:28: Ich werde auch zukünftig von Versicherungen, von Banken etc.
00:09:31: gefragt werden, was ist denn mein Impact?
00:09:34: Jetzt ist vielleicht noch nicht ganz klar, was genau ich machen muss.
00:09:37: Ich glaube auch, dass die allerwenigsten Unternehmen immer noch bereit sind, da qualifizierte Aussagen machen zu können.
00:09:43: Das muss man auch ehrlich sagen.
00:09:45: Aber ganz grundsätzlich spielt das schon eine große Rolle, was in Österreich entschieden wird, ist aber nicht der einzelne erklärende Faktor.
00:09:53: Ich würde vielleicht gerne einhaken bei dem Thema jetzt nationale Klimaziele.
00:09:57: Stimme hundert Prozent zu.
00:09:59: Ich glaube, es ist nicht ein Österreich-Thema alleine.
00:10:01: Da sind ganz andere Dinge am Werk, so wie der Joe sagt, auch die EU-Ziele, die da kommen werden und die da wirken werden.
00:10:08: Aber natürlich ist dann schon eine Frage, wie geht's der österreichische Gesetzgeber damit um?
00:10:13: Zahlen wir dann am Ende hohe Strafzahlungen.
00:10:16: Der Rechnungshof hat auch schon vor Jahren einmal Rechnungen dazu angestellt, wenn wir die Klimaziele nicht erreichen, die von der EU kommen.
00:10:22: Ich glaube, insofern spielen dann natürlich die nationalen Ziele oder wie einfach die aktuelle Regierung auch damit umgeht und was sie jetzt vorgehen wird, was sie der Plan vorzugeben mal sehen, spielen natürlich schon eine große Rolle.
00:10:34: Und das ist schon eine Verantwortung der Politik, da in eine Richtung zu gehen, dass man schneller in die Umsetzung kommen, alle miteinander.
00:10:44: Von Seiten der Unternehmen höre ich ja auch oft.
00:10:46: Wir brauchen klare Vorgaben von der Politik, damit wir Planungssicherheit haben.
00:10:50: Und jetzt haben wir aber tatsächlich noch nicht wirklich Planungssicherheit.
00:10:54: Aber welche Verantwortung tragen dann vielleicht auch Unternehmen selbst?
00:10:57: Ich glaube, auf das läuft es ja am Ende des Tages hinaus.
00:10:59: Wir beschäftigen uns ja nicht mit einem fiktiven Thema, dass erst im Jahr zweizig-fünfzig Schlage entwirkt wird.
00:11:04: Wir leben ja mitten in der Klimakrise, in der immer stärker werdenden.
00:11:08: Und ich habe einen landwirtschaftlichen Background für.
00:11:12: für die Landwirtschaft zum Beispiel ist es äußerst relevant, wenn es heißer wird, wenn es trockener wird.
00:11:18: Das ist vollkommen unabhängig davon, was ich eigentlich reporten muss, weil ich am Ende des Tages sehe, dass das nicht mehr wächst, weil ich am Ende des Tages natürlich Investitionsentscheidungen treffen muss, ob eine Kultur überhaupt noch funktioniert, ob ich bewässern muss, ob sich das überhaupt noch auszahlt.
00:11:36: Deswegen noch einmal, ich glaube, es gibt mehrere Ebenen und für die Unternehmen logischerweise relevante Ebenen ist, wie kann ich die Zukunftsfähigkeit meines Unternehmens absichern?
00:11:45: Jetzt muss man vielleicht dazu sagen, es wird Unternehmen geben, die werden diese Transition nicht schaffen.
00:11:51: Das muss man aber auch sagen, hat es auch immer schon gegeben.
00:11:55: Also das ist jetzt im Zuge dessen, was wir erleben werden, wird es Unternehmen schleudern, die sich mit dem Thema nicht auseinandersetzen wollen.
00:12:04: oder nicht auseinandersetzen können, weil sie ein Business Model haben, das schwer bis nicht transformierbar ist.
00:12:12: Was man dazusagen muss, weil du das in der Einleitung auch gesagt hast, das ist ja auch ein Bild die Faszination für Start-ups und ich sage es viel pauschaler für Unternehmensgründungen oder neue.
00:12:24: Ideen, die unternehmerisch umgesetzt werden, weil die diesen Ballast, die den großen Unternehmen haben, die sich nicht leicht transformieren lassen ist, wie diese Tanker im Meer sind, das haben die Potenzielle natürlich nicht.
00:12:35: Und das ist natürlich schon spannend, dass wir jetzt als Klimaschutzakademie, dass wir jetzt nicht nur bestehende Businessmodelle transformieren helfen, sondern dass wir genauso viel Spaß daran haben, gleich neue Businessmodelle aufzusetzen, die dann schon mal richtig durchdacht von Anfang an sind.
00:12:52: Ich würde vielleicht gerne noch einhaken bei dem Thema Planungssicherheit, weil ich glaube, das trifft es auch genau mit den Thema Start-ups.
00:12:59: Ich glaube, Planungssicherheit aus Unternehmensebene gesehen, aus Unternehmenssicht gesehen, wenn ich das als Ausrede verwende, um zu warten, bis die Politik endlich irgendwelche Vorgaben macht, dann bin ich potenziell auf der Seite der Unternehmen, die die Transformation vielleicht nicht schaffen.
00:13:15: Ich glaube, es sind alle Player, die da was tun müssen.
00:13:17: Ich habe vorhin gesagt, die Politik ist aus meiner Perspektive sehr wohl in der Verantwortung natürlich.
00:13:22: Aber nicht unbedingt in der Verantwortung, Planungssicherheit zu schaffen, weil wann hat es denn je ehrlicherweise echte Planungssicherheit gegeben?
00:13:28: Also Unternehmertum heißt auch, ein Arbeiten ohne entscheiden.
00:13:32: Unterunsicherheit.
00:13:33: Das ist im Moment in einem Unternehmertum immer behaftet.
00:13:37: Also finde ich das immer interessant, wenn gerade Organisationen dann immer sagen, ich brauche hundertprozentige Planungssicherheit.
00:13:43: Also kein Startup wird gegründet wegen der Planungssicherheit im Hintergrund.
00:13:47: Sondern weil der Ideologie vielleicht dahinter ist, da ist Spaß dahinter, da sind Ideen dahinter, da ist eine Motivation dahinter, ich möchte was bewegen, ich möchte was verändern.
00:13:55: Und das sind dann die, die auch disruptive Veränderungen bringen.
00:13:59: Und auf der anderen Seite Organisationen, die es schon lange gibt am Markt, die auch wahnsinnig viele Stärken hier mitbringen, wenn die jetzt warten, auf eine Planungssicherheit anstatt ihre Stärken zu nutzen und zu versuchen da auch, was zu tun, ja, weiß ich nicht, was mit ihnen passieren wird.
00:14:14: Ich kann es nicht ganz nachvollziehen.
00:14:15: auch, dieses Agieren.
00:14:17: Das heißt wirklich auch in die Zukunft schauen und wie kann man sich da verändern, dass man überlebt.
00:14:23: Ich habe schon angesprochen, manche Unternehmen werden es vielleicht auch nicht schaffen.
00:14:27: Ja, wer tut sich eigentlich besonders schwer und wer tut sich besonders leicht vielleicht auch in dieser Transformation?
00:14:33: Also was braucht das Unternehmen, dass man dran bleibt?
00:14:37: Also sehr gute Frage, wer tut sich leicht oder wer tut sich schwerer?
00:14:41: Ich weiß gar nicht, ob ich es... Also ich persönlich, glaube ich, könnte es jetzt gar nicht auf Branchen oder Unternehmensgröße beziehen, weil es gibt sehr große Organisationen, die die Transformation schon geschafft haben oder ganz vorne dabei sind.
00:14:53: Es gibt kleine Organisationen, die dabei sind.
00:14:56: Ich glaube, es hängt sehr stark von Unternehmenskultur ab, aus meiner Perspektive.
00:15:00: Es hängt sehr stark von einzelnen Personen tatsächlich auch ab, beziehungsweise auch von Management, Führungsriege, Eigentümer, Innen von Organisationen.
00:15:11: Sehr häufig haben Familienunternehmen einen sehr starken Zugang zum Thema Nachhaltigkeit, vielleicht auf einer anderen Ebene, aber die verstehen dann oft sehr schnell, was es heißt.
00:15:22: Das ist ganz tief drinnen, dieses langfristige Denken dann in so Familienunternehmen.
00:15:26: Das heißt, da sehen wir schon, dass die oft auch einen Vorteil haben, anstatt andere Organisationen, die vielleicht kurzfristig von kurzfristigem Profit getrieben werden, weil sie vielleicht sogar am Aktienmarkt die Aktien gehandelt werden.
00:15:41: Ja, ich glaube, wenn das Business-Modell sehr stark im fossilen Bereich angesiedelt ist, entweder weil ich da selber fossile Brennstoffe nutze, Förderheit oder in der Wertschöpfungskette drinnen bin, das ist natürlich ultra schwierig, das ist eh klar.
00:16:00: Es gibt dann andere Bereiche, die sich dann leichter tun.
00:16:04: Ich habe schon eine Lösung für die Energiewende oder ich bin... Ich bin es auch vielleicht gewohnt, dass ich meine Geschäftsmodelle regelmäßig hinterfragen muss, weil ich in der Vergangenheit das auch schon umgesetzt habe.
00:16:16: Ich glaube schon, dass es natürlich einen Branchenunterschied gibt und dass jede Branche aber auch zu Recht sagt, okay, wenn das jetzt mit der Klimawende kommt, das ist für mich jetzt auch nicht von Vorteil, sondern da gibt es natürlich auch Dinge, die für mich vernachteil sind.
00:16:28: Und den Diskurs, glaube ich, den muss man aushalten.
00:16:31: Trotzdem gibt es am Ende des Tages wahrscheinliche Gewinner.
00:16:36: und wahrscheinlich Unternehmen, die sich sehr schwer tun werden.
00:16:39: Aber ich glaube grundsätzlich vielleicht noch eine Gedanke dazu.
00:16:42: Es werden die Gewinnen, die das nicht als Trend verstehen, also die Verstehen, die Klimawende oder die Klimakrise, das ist ein bisschen wie eine Matura, die so oder so kommt.
00:16:53: Und wenn ich jetzt, weil ich das Reporting nicht mache, vergesst zum Lernen, dann habe ich trotzdem Matura in zwei Wochenheit.
00:16:58: Und das höre ich für meinen Bedarf.
00:17:03: viel zu oft, dass der Trend jetzt nicht mehr da ist, als ob das weggehen würde.
00:17:06: Es geht einfach nicht weg.
00:17:08: Und dementsprechend muss dann auch das Verständnis für diese Krise auch ganz tief in der Organisation verankert sein, damit ich mit den richtigen Lösungen und Lösungsansätzen komme.
00:17:19: Und dann muss man aber auch sagen, die dauern natürlich lang, also da wird man auch, glaube ich, relativ schnell ungeduldig, vielleicht auch von außen, weil sich so eine Transformation halt nicht innerhalb von Tagen oder Wochen erledigen lässt, sondern das ist halt oft ein langfristiger Umbau.
00:17:32: Wenn man das als echte Krise nicht als Trend versteht, ich glaube, das ist ja mal eine Abzweigung, die muss man einfach mal nehmen.
00:17:38: Ist es
00:17:40: Fakt
00:17:41: oder ist es Lifestyle?
00:17:42: Und ich glaube, jeder ist am Hohlwerk, der das als Lifestyle... versteht, als Markttrend auf den ich reagiere, sondern dass es Fakt ist.
00:17:51: und wenn es Fakt ist, muss ich mich am Ende des Tages darauf vorbereiten, weil ich die Produkte nicht mehr bekomme, die einfach, wie ich es jetzt beim Kakao sehe, einfach nicht mehr funktionieren in diesen Weltregionen, weil ich einfach Risken habe am Markt, dass die Leute mein Produkt nicht mehr kaufen wollen, dass ich keine Mitarbeiterinnen mehr kriege, die bei mir anfangen, dass ich die Finanzierung nicht mehr bekomme.
00:18:12: Wir reden ja von echten Risken.
00:18:14: Ich glaube, hinter diesem Entbürokratisierungszug haben sich sehr viele gestellt, die da auch was anderes darunter verstehen wollen.
00:18:26: Das heißt, ich kann mir gut vorstellen, dass man sagt, man kürzt dort, wo es überbordend ist.
00:18:32: Das ist, glaube ich, Argument, das wird auch jeder nehmen.
00:18:35: Ich glaube aber, dass in dieser Entbürokratisierungseuphorie auch sehr viel jetzt mitverkauft wird, was eigentlich gar keinen Sinn macht, weil es ja eben sinnvoll ist, Dinge zu erfassen, weil ich ja einfach wissen will, was sind die Projektionen für mein Anbaugebiet oder was ist die, was ist meine Treibhausgasbilanz, weil ja absehbar jeder Tonne CO²-Equivalent teurer wird.
00:19:01: Das heißt, für mich muss ich ja verstehen, wo sind meine Carbon Bubbles, weil ich will ja auch Kosten reduzieren und ich glaube, das ist ganz grundsätzlich ein Missverständnis mit dem Thema Klima und Unternehmen.
00:19:12: An dieser Stelle eine kurze Begriffsklärung.
00:19:14: Die Carbon Bubble auf Deutsch Kohlenstoffblase ist eine wirtschaftliche Warnung im Zusammenhang mit dem Klimaschutz.
00:19:22: Viele Unternehmen, vor allem aus der fossilen Energiebranche, verzeichnen in ihren Bilanzen große Kohlenstoffreserven.
00:19:29: also fossile Rohstoffe, die sie in Zukunft fördern und verkaufen wollen.
00:19:34: Um die Erderwärmung zu begrenzen, dürfen wir nur noch einen Bruch der dieser fossilen Rohstoffe verbrennen.
00:19:39: Die Restlichen müssten im Boden bleiben.
00:19:42: Trotzdem werden diese Unternehmen an der Börse so bewertet, als könnten sie all ihre Reserven wie geplant verkaufen.
00:19:50: Das führt zu einer Überbewertung, einer Blase.
00:19:53: Wenn Regierungen nach und nach strengere Klimapolitiken umsetzen, platzt diese Blase.
00:19:59: Die fossilen Rohstoffe verlieren ihren Wert und viele InvestorInnen machen Verluste.
00:20:05: Wenn ich weniger Emissionen habe, verbrauche ich irgendwo weniger Ressourcen.
00:20:10: Wenn ich weniger Ressourcen verbrauche, wird es potenziell billiger.
00:20:15: Begleitprozesse, wo ich sage, für das Reporting muss ich jetzt mal investieren.
00:20:19: Für den Umbord der Energieversorgung muss ich ja mal investieren, aber selbst die wird billiger.
00:20:24: Also es gibt verschiedene Elemente, aber am Ende des Tages echte Krise, Zeit läuft für jedes Unternehmen kritisch, auf allen Ebenen sich damit zu beschäftigen und jetzt nicht glauben, dass drei Jahre nix ist.
00:20:38: Das wäre, glaube ich, ganz sinnvoll.
00:20:40: Welche Innovationen sind denn besonders wichtig, um die Klimakrise zu bewältigen, wenn man so aus dem Startup-Gedanken heraus denkt?
00:20:47: Und was soll aber auch in die größeren Unternehmen mit reinkommen?
00:20:51: Ich meine, was wir sehen, ist ja, dass auch sehr viele große Organisationen schon vor Jahren begonnen haben, mit Startups zu arbeiten oder Startups zu unterstützen oder Parallelstrukturen aufzubauen.
00:21:02: weil sie gemerkt haben, dass vielleicht in der bestehenden Organisation das sehr schwierig ist, neue Ideen schnell umzusetzen.
00:21:09: Also ich glaube, das passiert da schon.
00:21:10: Innovation in großen Organisationen ein bisschen anders anzugehen sozusagen.
00:21:16: Ich glaube, das kann durchaus auch ein gangbarer Weg sein für mittlere Organisationen oder kleinere über Kooperationen mit Start-ups, da weiterzukommen.
00:21:25: anstatt selbst vielleicht aus sich heraus neben dem operativen Tagesgeschäft, da jetzt komplett innovative neue Ideen aufzubauen.
00:21:33: Ich glaube aber, dass für den, also um in dem Thema Klima oder Nachhaltigkeit jetzt weiterzukommen, sehr wohl wahnsinnig viele Ideen in der Organisation vorhanden sind.
00:21:45: Also wenn ich diese Innovation aus der Organisation schöpfen möchte, dann braucht es aus meiner Perspektive dieses Problemverständnis.
00:21:53: bei den Mitarbeitenden, wenn alle verstanden haben, worum es geht tatsächlich, dann hat man ja die Expertinnen und Experten in der eigenen Organisation sitzen und die kommen dann meistens relativ schnell mit wahnsinnig guten Ideen, wie man das umsetzen kann, wie man ein Problem lösen kann.
00:22:10: Also das wäre, so glaube ich, dieser erste wichtige Schritt, weil Innovation für was, wenn ich das Thema überhaupt nicht verstanden habe oder das Problem nicht verstanden habe, ist die Frage, was will ich denn lösen?
00:22:23: Das wäre, glaube ich, der erste wichtige Schritt, wenn wir überhaupt einmal von Innovationen im Klimabereich reden.
00:22:29: Die kann, glaube ich, nicht kommen in Organisationen, die nicht verstehen, worum es geht.
00:22:33: Wie kann man da das Wissen der Mitarbeiterinnen, also wie kann man die einerseits auch dazu aufklären und dann wirklich die Ideen auch der Mitarbeiterinnen sinnvoll nutzen?
00:22:42: Weil wir wissen, viele Menschen tun sich schwer mit Veränderung und ja, da muss man die Leute auch mitnehmen.
00:22:48: und wenn man die eigene Idee einbringen kann und wenn die dann wirklich im Unternehmen auch... gesehen wird und aufgegriffen wird.
00:22:55: Das ist natürlich ein Motivationsfaktor.
00:22:57: Ja, absolut.
00:22:58: Und ich glaube, es sind relativ ähnliche Themen immer wieder in Organisationen.
00:23:03: Warum werden Ideen dann nicht aufgegriffen?
00:23:04: Das hat jetzt dann inhaltlich gar nicht mehr so etwas mit Klima oder Nachhaltigkeit zu tun, sondern gilt für viele anderen Themen auch.
00:23:11: Wenn ich ernsthaft möchte, dass Mitarbeiter mit Ideen kommen, dann muss ich mal grundsätzlich den Sinn dahinter natürlich erklären.
00:23:18: Ideen, wofür, für was, das zu verstehen.
00:23:23: So der, ja, wie fünf Euro
00:23:24: ins
00:23:25: Frasenschwein.
00:23:26: Walk the talk.
00:23:27: Walk the talk.
00:23:29: Was heißt das eigentlich genau?
00:23:31: Auf Deutsch sind gemäß tu was du sagst oder setze deine Worte in Taten um.
00:23:37: Wenn das nicht von Führungskräften, vom Management, von Eigentümern ihnen vorgelebt wird, sondern eben so ein Leer drübergelegt wird, nicht so, na okay.
00:23:48: Lass uns halt vielleicht was fürs Klimatun und schauen wir mal, welche Ideen kommen.
00:23:53: Dann wäre meine Empfehlung an die Organisationen, spart euch lieber das Geld und die Energie und macht gar
00:23:57: nichts,
00:23:58: weil das ist wahrscheinlich von vornherein zum Scheitern verurteilt.
00:24:02: Weil es ist quasi nicht ernsthaft vorantreiben, oder worauf
00:24:08: wolltest du ausgehen?
00:24:09: Ja genau, weil Mitarbeiterinnen das ja schnell verstehen natürlich.
00:24:12: Meinen die das jetzt ernst, wollen die wirklich was hören von mir?
00:24:16: Oder ist das nur ein, okay, wir müssen halt jetzt alle irgendwas tun und meine Idee landet dann aber eigentlich irgendwo in der Schublade und wird nie umgesetzt.
00:24:22: Es kommt nie zu ernsthaften Diskursen.
00:24:25: Es wird nie wirklich inhaltlich diskutiert.
00:24:27: Was ist jetzt gut an der Idee?
00:24:28: Wie kann man die vielleicht weiterentwickeln?
00:24:30: Sondern es ist so eine Alle-Beaktion.
00:24:32: Wir fragen halt mal alle, die gute Ideen haben vielleicht.
00:24:36: Dann können wir vielleicht auch in einen schönen Bericht reinschreiben.
00:24:39: Wir haben ja eh gefragt und wir haben die Mitarbeiter eingebunden und die verstehen aber dann sehr schnell.
00:24:45: ist das jetzt ernst gemeint oder nicht.
00:24:46: Wenn ich dir vielleicht ergänzen darf, ich nehme ein fiktives Beispiel, aber wenn du sagst Innovation und um was geht es im Klimabereich, ich glaube man muss sich, man muss in das Unternehmen die Tiefe dieser... auch Bedrohung am Ende des Tages, weil es geht ja bei der Klimakrise auch um Nahrungsmittelsicherheit, also das sind Dinge, die jeden von uns betreffen.
00:25:07: Man muss diese Dimension einmal verstehen, weil ansonsten kann man sich das so vorstellen, dass ich sage, ich suche jetzt in einem Kohlekraftwerk nach Klimaschutzinnovationen und da könnte ich zu dem Ergebnis kommen, dass ich den Prozess von fünf bis zehn Prozent effizienter mache.
00:25:20: bin aber schon am falschen Pferd, weil es einfach diese Kohlekraftwerke nicht mehr geben wird.
00:25:25: Und ich glaube, dass das eben oft in Unternehmen passiert oder passieren kann, dass ich versuche, eine, wie soll ich sagen, etwas grundsätzlich hinterfragenswertes zu optimieren.
00:25:37: Und genau um das geht es ja in der Innovation, dass man sagt, ich schaffe auch etwas Neues und das geht über das hinaus, dass ich etwas Verbessere effizienter mache, sondern einfach den Schritt wage.
00:25:46: Und das muss, glaube ich, den Menschen Oder das musste Menschen klar gemacht werden, dass es genau um diese Innovation geht.
00:25:52: Nicht um das Verbessern von etwas Bestehenden, das wir uns nicht mehr leisten können.
00:25:56: Nicht nur seiner Klimasicht, sondern aus vielm anderen.
00:25:58: Sondern wirklich um einen Schritt nach vorne.
00:26:00: Und das ist schwer.
00:26:00: Also das ist natürlich jetzt, Frasenschwein nochmal fünf Euro, wir zählen dann am Schluss.
00:26:05: Ein kurzer Stopp hier.
00:26:07: Was war das nochmal?
00:26:08: Fünf Euro ins Frasenschwein?
00:26:10: Mit dieser Redewendung hat Joe gerade darauf hingewiesen, dass er eine klischeehafte Redewendung, eine Floskel verwendet hat.
00:26:18: Wir verzeihen es ihm.
00:26:20: Das ist halt, wenn es einfach wäre, würde es Fußball heißen.
00:26:22: So ist es aber halt nicht mit der Bekämpfung der Klimakrise oder der Nachhaltigkeitskrise.
00:26:26: Das ist ja viel größer eigentlich als die Klimakrise.
00:26:28: Joe, du hast dir bei Climate Kick viele Startups begleitet
00:26:32: und
00:26:33: auch viele innovative Geschäftsideen zur Bekämpfung des Klimawandels quasi begleitet.
00:26:38: Was hast du da aus dieser Zeit mitgenommen?
00:26:41: Ich habe das eine unglaublich spannende Zeit gefunden.
00:26:44: Mir hat das wahnsinnig viel Spaß gemacht.
00:26:47: Und am Ende des Tages, ehrlicherweise hat es mich dazu gebracht, dass ich selber Gründe oder mehrere Dinge parallel gründe, weil ich sehe, ob das es machbar ist.
00:26:59: Also ich glaube, es ist so auf einer generellen Ebene, es ist spannend, sich mit Unternehmensgründerinnen und Gründern und neuen Ideen zu beschäftigen, weil es einen ein bisschen aus diesem Hamsterrad bringt, auf verschiedenen Ebenen.
00:27:11: Sowohl wenn ich mich frag, wie soll meine berufliche Karriere oder mein Lebensweg ausschauen, gibt jetzt das Beschäftigen mit Start-up auch eine zweite Denkrichtung vor, als auch wenn ich mich mit Innovationen beschäftige.
00:27:21: Also ich habe da viel daraus lernen dürfen und habe auch viele superspannende Persönlichkeiten dann drauf und die schon voraus gedacht haben.
00:27:30: Und ich glaube, das ist ja auch vielleicht einer der wesentlichen Dinge, die man für auch alle anderen Unternehmen ableiten kann.
00:27:38: Ein Start-up hat ja quasi Definitionen nicht die besten Karten.
00:27:41: Also es gibt meistens ein neues Team und an dem scheitert schon einmal die Umsetzung an Team Issues.
00:27:47: Das ist in einem bestehenden Unternehmen zumindest schon einmal gesetzt.
00:27:50: Meistens zu wenig Ressourcen, immer zu wenig Zeit, immer zu wenig Geld.
00:27:55: Das heißt, die, die erfolgreich sind, die müssen sich sowieso in die Zukunft biemen, gedanklich und sagen, Bis ich jetzt mein Startup aufgebaut habe, so dass es funktioniert, ist es nicht zwanzig, zwanzig, zwanzig, dreißig, zwanzig, fünfunddreißig.
00:28:09: Und die erfolgreichen, die konnten das.
00:28:11: Also die haben sich tatsächlich, die haben tatsächlich verstanden, wenn ich gegenüber einem Markt an bestehenden Unternehmen bestehen bleiben möchte, als eine Chance haben möchte, dann muss ich einfach viel, viel besser sein.
00:28:23: Und ich muss Lösungen entwickeln für die Zukunft und nicht für die Vergangenheit.
00:28:27: Und da hat es einfach wahnsinnig spannende Leute geben, die aber auch diesen Mut gehabt haben und auch diese Unterstützung gehabt haben, das umzusetzen.
00:28:34: Weil das ist vielleicht so ein bisschen die andere Perspektive, dass jetzt eben das scheitern, und ich glaube, das ist jetzt, wie würde man sagen, fünf Euro ins Frasenschwein, das scheitern ist in Österreich oder in unseren Breiten halt einfach, wie soll ich sagen, sehr verpönt.
00:28:48: Und ich glaube, das hat auch viele verhindert, da überhaupt etwas umzusetzen und etwas zu starten.
00:28:57: Aber wir haben Unicorns erlebt, die quasi noch mit unter dreißig und einer genialen Idee, aber sonst nichts innerhalb von ein paar Jahren von der Gründung jetzt eben eine Milliarden Euro Bewertung haben.
00:29:10: Und das sieht man aber auch am Ende des Tages, wie viel der oder die Einzelne auch machen kann mit einer guten Idee.
00:29:17: Also quasi war es nicht vor fünf, sechs, sieben Jahren eine gute Idee.
00:29:23: und einen richtigen Drive haben und plötzlicher Unternehmen haben das alle anderen überholt.
00:29:27: Das ist ja fantastisch, das wirkt ja für mich dagegen, dass man sagt, ich als Einzelner kann eigentlich gar nichts verändern oder ich habe überhaupt keinen Einfluss, das stimmt überhaupt nicht.
00:29:35: Ich habe ja bereits erwähnt, dass ihr vor circa fünf Jahren die Klimaschutzakademie gegründet habt.
00:29:41: Euer bekanntester Lehrgang ist die Masterclass Klimaneutralität, wo ihr Unternehmen auf ihrem Weg zur Klimaneutralität begleitet.
00:29:49: Wer kommt denn so in eure Kurse und woher kommen die Personen, also welche Rolle haben sie innerhalb ihres Unternehmens?
00:29:57: Wir hatten schon Personen, die uns total überrascht haben, oder, dass sie dabei waren.
00:30:02: Also wir haben ja Führungskräfte aus Organisationen, sowohl von größeren als auch kleineren, also von Konzern, Mittelstand.
00:30:09: Wir haben Personen, ich nenne sie jetzt mal nachhaltig Cats Manager, innen, aber mit unterschiedlichsten Titeln in der Organisation.
00:30:17: Der Mensch, der in der Organisation so den Hut aufgesetzt bekommen hat, bitte kümmert dich doch mal um das Thema Nachhaltigkeit.
00:30:23: Da fühlen sich jetzt wahrscheinlich viele angesprochen, auch wenn sie nicht Nachhaltigkeitsmanagerin heißen, vielleicht vom Titel her.
00:30:29: Wir hatten Politikerinnen in dem Lehrgang drinnen.
00:30:33: Wir haben sehr viele selbstständige Beraterinnen, aber auch angestellte Beraterinnen, die zu uns kommen, um eben ein bisschen so unseren Zugang zu lernen, Hintergründe zu diskutieren.
00:30:46: die Reise zu diskutieren, wo geht es hin, über Innovation zu diskutieren und das dann eben in ihren unterschiedlichen Rollen anzuwenden, sei es jetzt in einer internen Rolle in Unternehmen oder eben als externe Beraterin oder Berater.
00:30:58: Also mit welchen Anliegen kann man dann die Personen in eurer Kurse, natürlich dass sie Klimaneutralität, also dass sie den Klimaschutz vorantreiben wollen, aber vielleicht noch eins.
00:31:06: Ein bisschen spezifischer.
00:31:07: Was wollen Sie dann in Ihrem beruflichen Kontext wirklich vorantreiben?
00:31:12: Ich glaube, man muss ein bisschen unterscheiden zwischen den fachspezifischen Angeboten, die wir haben.
00:31:16: Ich glaube, da geht es sehr stark auch wirklich darum, Dinge zu lernen und an die Hand gegeben zu bekommen und sich inhaltlich zu vertiefen.
00:31:27: Wir machen ja auch zum Beispiel zum Thema Greenwashing sehr, sehr viel, also diese ganze Kommunikationsfrage.
00:31:34: Die wird sehr stark nachgefragt.
00:31:35: Also da geht es darum, das wirklich zu vertiefen.
00:31:40: Bei den Masterclasses, also die sind die Teilnehmer so unterschiedlich, dass ich glaube, zumindest ein Motiv, das ich durchziehe, ist Sicherheit zu bekommen.
00:31:51: Also in der täglichen Zusammenarbeit ist es, glaube ich, oft so, dass man Angst hat, das Thema in einem... Setting in einem Gremium anzusprechen oder zu verteidigen, weil man vielleicht auch in dem Gremium gar nichts gewinnen kann, wenn man da jetzt der Klimaschützer oder die Klimaschützerin ist.
00:32:10: Und ich glaube, dass viele kommen und ganz viele Fragen haben, die wir ganz gut über jetzt die sehr, sehr lange Erfahrung auch... verfestigen Beantworten helfen können.
00:32:21: Weil ich merke, dass sehr viele eben Angst haben, das Thema aktiv auch zu kommunizieren.
00:32:25: Unabhängig davon, dass es implementieren ja wieder noch eine andere Fragestellung ist.
00:32:30: Und sich damit auseinanderzusetzen, dass es soliden Solid Ground gibt, das Thema anzusprechen.
00:32:38: umgekehrt, aber es auch okay ist, dass dieser Innovationsprozess oder dieser Wendeprozess nicht geradlinig ist, dass es da viele Tools gibt, dass es da viele Zugänge gibt, dass es viele Argumente gibt.
00:32:49: Das wollen wir auch eben zum Beispiel in den Masterclasses auch immer so, oder das haben wir immer so gehandhabt, wollen wir immer so anhand haben, dass die Leute auch untereinander sich austauschen können, dass die auch von jemandem lernen, der ganz was anderes macht.
00:33:01: Also wenn da ein NGO-Vertreter ist, der zum Klima-Thema arbeitet und auf der anderen Seite ist es ein Nachhaltigkeitsberater, eine Nachhaltigkeitsberaterin, dann können die sehr viel voneinander lernen.
00:33:11: logischerweise und das ist das auch, was uns antreibt, dass wir die miteinander verbinden.
00:33:18: Und wir bleiben mit denen auch in Kontakt.
00:33:19: Also für uns ist es ganz wichtig, dass wir so ein Alumni-Netzwerk haben, das wir jetzt immer schon seit Jahren haben, damit die Weiter sich abstimmen können, weil die ja voneinander mindestens so viel lernen können wie jetzt von uns.
00:33:32: Was motiviert euch denn besonders, die Klimaschutzakademie weiterzuführen, da dran zu bleiben und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten?
00:33:40: Wir sind so aufgestellt, dass es uns immer um den Impact geht an vorderster Front.
00:33:46: ist manchmal schwieriger, weil es natürlich auch einfacher wäre, den Weg abzukürzen.
00:33:53: Aber das wollen wir nicht.
00:33:54: Das ist nicht unser Anspruch.
00:33:56: Dazu haben wir auch... Am Ende des Tages eine Verantwortung gegenüber unseren Kindern, dass wir sagen, wir wollen da ja wirklich was verändern.
00:34:05: Und wenn das jetzt auch schwieriger ist, vielleicht, das nehmen wir trotzdem in Kauf.
00:34:09: Das wollen wir, weil wir uns im Spiel geschauen wollen am Ende des Tages und weil wir die Frage gut beantworten wollen.
00:34:15: Und ich kann ja nur von mir reden, wenn meine Kinder sagen, Papa, hast du das damals gewusst, dass das sich so entwickelt und hast du etwas dagegen getan?
00:34:24: Da möchte ich sagen, ja, ich habe das getan, was in meiner Macht damals gestanden ist.
00:34:28: um diese Veränderung zu bewerkstelligen.
00:34:31: Und ich bin auch davon überzeugt, lustigerweise je länger ich im Thema bin, dass uns diese Veränderung gelingen wird.
00:34:36: Aber sie bleibt halt trotzdem schwierig.
00:34:39: Wir bleiben jedenfalls dran, was den Klimaschutz betrifft und lassen nicht locker.
00:34:44: Für diese Folge sind wir aber schon fast am Ende angekommen.
00:34:48: Ganz zum Schluss der Folge fragen wir unsere Gäste immer nach dem persönlichen Tipp für unsere Hörerinnen.
00:34:54: Also eine Sache, die euch im Umgang mit der Klimakrise geholfen hat, die ihr jetzt als Tipp einfach mitgeben könnt.
00:35:02: Vielleicht als kleiner Tipp, was mir hilft, ist auch im Alltag so Kleinigkeiten verändern, indem ich manchmal Leute auf kleine Sachen anspreche, sei es in einem Geschäft, in der Bäckerei, wo auch immer.
00:35:15: Ich erzähle immer gern die Antikote aus der Kindergrippe von meinen Kindern, wo ich die Leitung mal angesprochen habe auf den Speiseplan und gefragt habe, ob da wirklich so viel Fleisch oben sein muss.
00:35:26: Und sie meinte, eigentlich nein, muss natürlich nicht, macht ja Sinn, sie haben schon recht.
00:35:31: Dann hat sie gesagt, sie wird das einfach ändern und ausprobieren.
00:35:36: Hat den Speiseplan umgeschrieben auf Nummer einmal in der Woche Fleisch und sonst vegetarisch und ich habe dann nach drei Monaten wieder mit ihr gesprochen.
00:35:43: Es hat sich kein einziger der Eltern beschwert.
00:35:46: Den Kindern schmeckt es weiterhin und es war so eine kleine Änderung, die potenziell was bewegt.
00:35:53: Das ist so mein Tipp für mich im Alltag, um zu sehen, dass da auch was weitergeht, Leute anzusprechen in ihrem Arbeitsumfeld mit einer ganz konkreten Maßnahme.
00:36:03: Was mir sehr geholfen hat, sind die fünf Phasen der Trauer, weil ich eben schon seit mehr als fünfzehn Jahren auch so Kinos oder Vorträge halt oder auch mit Leuten zu tun habe, die dem Thema ... Ultimativ ablehnend gegenüberstehen.
00:36:23: Und ich habe das jahrelang irgendwie persönlich genommen, dass den Widerstand, sage ich jetzt einmal, den es auslöst.
00:36:34: Und bis ich dann irgendwann einmal, bis mir irgendjemand dann zu dir rutschen klickt hat Richtung, beschäftige dich mal mit diesen fünf Phasen da drauf.
00:36:41: Wenn ich was Unangenehmes höre, dann gehe ich durch fünf Phasen, bis ich es verarbeiten kann, bis ich es umsetzen kann.
00:36:46: Also ich will es einmal nicht hören, dann bin ich tot traurig, dann möchte ich verhandeln, dann werde ich aggressiv und so weiter.
00:36:54: Bis es dann sitzt, bis ich es internalisiert habe.
00:36:58: Und das war für mich schon vor Jahren ein Gamechanger, weil ich jetzt die Welt auch anders sehen kann, weil ich jetzt verstehe, ich als Klimaschutzexperte habe halt die meiste Zeit zumindest am Anfang keine guten Nachrichten.
00:37:12: Und die Leute reagieren so, wo sie halt eben gerade stehen, eben mit Totalabblähnung oder mit diskutieren wollen oder sonst was.
00:37:19: Das ist aber auch Teil des Prozesses.
00:37:21: Das heißt, ich löse auch etwas aus.
00:37:22: Jetzt ist die Frage, kann ich, will ich mit dem umgehen, was zurückgespielt wird?
00:37:27: Und sag ich, ja, das kriege ich hin.
00:37:30: Und gleichzeitig denke ich dann auch immer wieder, wenn ich dann regelmäßig dieselbe Gruppe oder dass ich dieselbe Person zu tun habe, sehe ich auch die Veränderung, also dass das eben wirklich etwas weitergeht.
00:37:40: Und diese Veränderung macht halt Geräusch, erzeugt Treibungswärme, muss man halt aushalten.
00:37:46: Aber nur wenn ich das aufslöse, umgekehrt, dann kann sich überhaupt Veränderung passieren.
00:37:51: Das Schlimmste ist, glaube ich, wenn man in einen Raum geht und jeder nickt und stimmt zu, dann habe ich einfach meine Botschaft.
00:37:56: nicht angebracht, weil das heißt ja, interessiert mich nicht.
00:37:59: Also wenn ich jemanden finde, der jetzt auch ein Umdenken zulässt und der jetzt auch in einen Austausch geht, da komme ich, was sie machen, vorher gesagt hat, da komme ich dann auch zu den Innovationen, weil plötzlich öffnet sich eine Tür, die ich vielleicht sonst gar nicht gehabt habe und die Person sagt dann, ah ja, warte mal, das heißt ja, ich könnte hier und hier und hier auch zu packen und dann geht was weiter.
00:38:18: Zwei ganz unterschiedliche Tipps, die sich unserer Hörerinnen mitnehmen können.
00:38:23: Danke Marion, danke Joe für das spannende Gespräch und den Einblick in die Unternehmenswelt an der Schnittstelle zu Klimaschutz.
00:38:30: Vielen Dank auch.
00:38:31: Danke, ciao.
00:38:32: Damit sind wir am Ende unserer Folge angekommen.
00:38:35: In den Show-Notes verlinke ich dir Infos zum Thema und hilfreiche Tools.
00:38:39: Ich hoffe, die Folge hat dir gefallen.
00:38:41: Ich freue mich über Feedback und eine positive Bewertung in der Podcast-App deines Vertrauens.
00:38:50: der Klimaschutzinitiative des Bundes.
00:38:55: Wir unterstützen Menschen, Unternehmen und Gemeinden in ganz Österreich wirksam ein Klimaschutz voranzubringen.
00:39:02: Auf unserer Webseite klimaaktiv.at
00:39:05: findest du
00:39:06: fundiertes Fachwissen, praxistaugliche Werkzeuge und ein großes Netzwerk.
00:39:10: Also alle Voraussetzungen
00:39:12: um selbst
00:39:12: klimaktiv zu werden.
00:39:14: Bis zum nächsten
00:39:15: Mal.
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