Green Finance: Was können wir mit unserem Geld bewirken?

Shownotes

In dieser Folge spricht Podcast-Host Anna Breuer mit Margit Märzinger von der HYPO Oberösterreich und Madeleine Serlath, Gründerin von Geld Kopf Bauch und Mitarbeiterin von ESG Plus, über die Entwicklung von Green Finance in Österreich. Gemeinsam werfen sie einen Blick darauf, wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz heute im Finanzsektor umgesetzt werden und welche Rolle Banken dabei spielen. Außerdem geht es um die Frage, was Privatpersonen konkret tun können: von nachhaltigen Bankkonten über Fonds bis hin zu ETFs. Die beiden Expertinnen geben praktische Einblicke und Tipps für alle, die ihr Geld nicht nur gewinnbringend, sondern auch ihren Werten entsprechend einsetzen möchten.

Klimadialog-Podcastfolge zu den Anfängen von Green Finance

Geld Kopf Bauch

CLEANVEST

HYPO Oberösterreich – nachhaltige Geldanlagen

Österreichisches Umweltzeichen für Finanzprodukte

Green Finance Alliance

Transkript anzeigen

00:00:02: In dieser Podcastfolge dreht sich alles um das Thema Green Finance.

00:00:19: Bereits vor circa vier Jahren haben wir im Klimadialog-Podcast darüber gesprochen, welche Rollen banken Versicherungen und InvestorInnen für den Klimaschutz spielen.

00:00:29: Heute Wollen wir darauf aufbauen und eine Bestandsaufnahme machen?

00:00:34: Was hat sich seitdem verändert, ist Green Finance mittlerweile im Finanzmarkt angekommen.

00:00:39: Und wie können wir als Privatpersonen unser Geld so einsetzen dass es nicht nur Rendite bringt sondern auch einen Beitrag zum Klimaschutz leistet?

00:00:48: Über diese Fragen diskutiere ich heute mit zwei Gästen aus unterschiedlichen Perspektiven.

00:00:54: Margit Merzinger von der Hypo Bank Oberösterreich gibt uns einen Einblick wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz in einer Bank konkret umgesetzt werden.

00:01:04: Madeleine Searlat, Mitarbeiterin von ISG Plus und Gründerin von Geldkopfbauch zeigt uns, wie sich der Green Finance Markt entwickelt hat und wie nachhaltiges Investieren auch für Privatpersonen gelingen kann.

00:01:18: Es freut mich dass ihr heute für die Aufnahme bei uns in der österreichischen Energieagentur zu Gast seid!

00:01:24: Hallo herzlichen willkommen.

00:01:26: Ich freu es auch sehr

00:01:27: Bevor wir ins Thema einsteigen, könnt ihr euch für unsere Hörerinnen nach kurz in ein paar persönlichen Worten vorstellen.

00:01:36: Hallo mein Name ist Margit Merzinger.

00:01:38: ich arbeite im Nachhaltigkeitsmanagement der Hypo Obersterreich und beschäftige mich jetzt seit genau zehn Jahren mit dem Thema Nachhaltigkeit.

00:01:47: Ich bin die Madlene, freut mich auch total heute dabei zu sein.

00:01:50: Und ja meine Reise hat vor zehn Jahren im Kapitalmarkt begonnen und bin aber jetzt seit über vier Jahren schon Team von CleanWest ESG Plus und habe eben auch Geldkaufbauch gegründet um eine Brücke zu schlagen zwischen dem Green Finance Markt und auch vollen Privatinvestorinnen.

00:02:05: Und freue mich total heute hier zu sein!

00:02:08: Margit du hast erwähnt du bist schon seit zehn Jahren in Bereich Green Finance in der Hypo Bank Oberösterreich tätig.

00:02:15: Wie hat sich dieser Bereich über die letzten Jahre verändert?

00:02:18: Sehr stark!

00:02:19: Es war zu Beginn eigentlich ein Nischenthema.

00:02:23: Die meisten Banken haben veranlagungseitig damit begonnen, also mit Fonds – damals oft noch unter dem Titel Ethikfonds.

00:02:31: Auf der Finanzierungsseite ist das Thema eigentlich erst seit circa fünf bis acht Jahren präsent.

00:02:38: Bei uns in der Hypo Oberösterreich hat es damit begonnen, dass wir einen Fragebogen bekommen haben von einer Nachhaltigkeitsrating-Agentur damals Ökom Research heute ISS ISG und nachdem es keine Verantwortlichen dafür gab im Haus ist es jetzt bei uns in die Kommunikationsabteilung gelandet.

00:02:56: Wir haben uns dann mühsam die Antworten zusammengesucht und eben dann gemerkt, wir müssen dieses Thema aufbauen in der Bank Schritt für Schritt.

00:03:05: Heute ist es jetzt in der Strategie verankert also es ist vom Nischen-Thema zum strategischem Thema geworden.

00:03:12: Madeleine was ist da deiner Einschätzung?

00:03:15: Würdest du sagen Ist Green Finance mittlerweile im Mainstream angekommen oder immer noch ein Nischenthema?

00:03:21: Ich finde es sehr stark abhängig davon, welchen Markt wir uns anschauen.

00:03:24: Weil wenn wir jetzt klassisch im beruflichen Kontext alle dem Green Finance Bereich arbeiten würde ich sagen das ist ganz klar angekommen.

00:03:31: also alle im Kapitalmarkt wissen schon wovon wir reden wenn wir von Green Finance reden.

00:03:35: aber leider in der breiten Bevölkerung und auch wenn man sich zum Beispiel die UNB-Studie also vor der österreichischen Nationalbank anschaut sieht man dass die breite Öffentlichkeit Nicht so unmittelbar.

00:03:47: Also das ist noch nicht so ganz angekommen, dass man wirklich sagt die Bedeutung was für Hebelwirkungen unsere Finanzen unser Geld einfach auch hat und ich glaube, dass da noch ganz viel Luft nach oben wäre, dass mal das Thema noch breiter in die Öffentlichkeit auch

00:04:00: bringt.".

00:04:01: Das ist ja auch dein Ziel mit Geldkopfbauch?

00:04:05: Und da sind deine Hauptseekruppen Frauen- und Flinterpersonen.

00:04:09: Warum ist dir der nachhaltige Finanzbildung vor allem für weibliche Personen so

00:04:12: wichtig?".

00:04:14: Das hat ganz einfach einen Grund, weil ich sehe wie hart die Finanzrealität von uns Frauen.

00:04:20: In Österreich aber generell glaube ich weltweit ist wenn wir uns noch anschauen Gender Bakeup oder auch der Pension Bakeup Wir haben in Österreich immer noch vierzig Prozent Pensionslücke zwischen Männern und Frauen Und es ist einfach eine harte Realität mit der man konfrontiert sind.

00:04:34: Ich glaub dass es da so wichtig ist für finanzielle Unabhängigkeit Brocken Finanzbildung anzugehen und ich sehe ganz oft, dass das nur so ein Black Box ist.

00:04:45: Wo man sagt, so Tabuthema, redet man nicht drüber?

00:04:48: Und ich freu mich, wenn ich da was dazu beitragen kann und da etwas Angst nehmen kann vom Kapitalmarkt aber auch vom Investieren generell.

00:04:57: Wenn wir uns jetzt nochmal den Finanzsektor anschauen mag ich welchen Beitrag kann und soll hier der Finanzsektor konkret zum Klimaschutz leisten.

00:05:05: Der Finanzsektor hat natürlich einen sehr großen Hebel.

00:05:08: Er kann einen sehr grossen Beitrag leisten, den es macht sehr wohl einen Unterschied ob man in Kohlekraftwerke zum Beispiel investiert oder in erneuerbare Energien und der Finanzsektor kann de facto Kapitalströme hin zu nachhaltigen Projekten lenken.

00:05:25: das sehe ich als eine ganz große und auch ganz wichtige Aufgabe.

00:05:29: aber bitte beim Thema Nachhaltigkeit also beim ISG nicht immer nur ans E denken.

00:05:34: Auch die sozialen Belange sind wichtig und glaube ich werden auch in Zukunft immer noch wichtiger, vor allem natürlich das Thema Chancengleichheit.

00:05:44: Madeleine was sind dann deine Erfahrungen dazu als Mitarbeiterin von ISG Plus?

00:05:50: Ich würde es sogar noch topmen und sagen, ich glaub dass der Finanzmarkt oder den Finanzsektor der einzige große Hebel ist weil am Ende des Tages wissen wir... Es geht immer ums Geld!

00:06:04: Diese große Schlagkraft, die wir haben mit dem Finanzmarkt, dass der wirklich eine ganz große Wirkung einfach haben kann.

00:06:13: Und ich glaube, das man da – also wir sehen es vor allem auch bei des Geblusses und mit Clean Westen unsere Nachhaltigkeitsanalyse – dass einfach die Transparenz im Kapital immer ganz wichtig ist, weil eben….

00:06:22: Wir haben schon gesagt, das ist nicht nur Klimaschutz sondern es geht auch ganz viel um soziale Gerechtigkeit und verantwortungsvolle Unternehmensführungen.

00:06:31: Wenn wir mehr Transparenz im Kapitalmarkt bekommen, wird da einfach auch immer mehr Personen haben die dann hier ihren Wert entsprechend entscheiden können.

00:06:41: Eben auch ihr Geld für Klimaschutz oder für andere Bereiche einsetzen zu können.

00:06:46: Ja das klingt auf jeden Fall sehr nachvollziehbar und da ist sicher schon einiges im Gange und es braucht ja sicher noch Nachschärfungen.

00:06:56: Andererseits möchte ich jetzt auch noch mal einen genaueren Blick auf die Bank selbst werfen, als wichtigen Player im Finanzmarkt.

00:07:03: Da würde mich interessieren wie funktioniert Nachhaltigkeit und Klimaschutz in einer Bank ganz konkret?

00:07:09: Margit Wie können wir uns das vorstellen?

00:07:12: Das Thema Nachhaltigkeit in einer Bank ist eine Querschnittsmatäre.

00:07:15: Es betrifft mittlerweile wirklich alle Abteilungen des Hauses und es ist aber wichtig, dass wir da definieren, einerseits das Kerngeschäft also Ziele- und Maßnahmen aus dem Kerngeschäfte zu definieren.

00:07:28: Das sind bei uns Finanzprodukte veranlagungs- und finanzierungsseitig, aber auch zweitens die Betriebsökologie.

00:07:36: Denn wir sind ja als Bank auch ein Unternehmen – wie haben Gebäude?

00:07:40: Wie haben einen Fuhrpark?

00:07:42: Wir brauchen Strom!

00:07:43: Und da natürlich entstehen CO² Emissionen, die wir alle reduzieren möchten.

00:07:50: Daher achten wir jetzt zum Beispiel beim Bau neuer Gebäuden oder Filialen.

00:07:54: Wie wird sie dämmen?

00:07:57: Aber natürlich auch ganz wichtig das Thema.

00:08:00: Wir haben jetzt in allen Filialen zum Beispiel Wasserzähler installiert, dass wir den Wasserverbrauch monitoren können.

00:08:07: Weil wir sind überzeugt das Thema Wasser und es in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch ganz massiv beschäftigen wird.

00:08:14: Das haben wir ja schon im Sommer gesehen, dass das Thema Wasserknappheit uns auch in Österreich betreffen wird.

00:08:22: Und du hast immer einen Einblick gegeben.

00:08:24: da sind viele verschiedene Bereiche betroffen in der Bank.

00:08:27: Ganz wichtig sind aber uns natürlich auch die Mitarbeiterinnen, weil das Thema Nachhaltigkeit ist für viele gerade jetzt aufgrund der Regulatorik ein eher abstraktes Thema geworden.

00:08:40: Und deswegen wollen wir unseren Mitarbeiterinnen zeigen wie man es konkret umsetzen kann also nicht nur als die Person Kerngeschäft arbeitet und Finanzprodukte verkauft, sondern auch ehemals Einzelpersonen.

00:08:53: Da gehen wir zum Beispiel regelmäßig Müll sammeln.

00:08:56: Wir haben jetzt bei der Mobilitätswoche mitgetan, bei der Europäischen, um das Thema nachhaltige Mobilität ins Bewusstsein zu bringen – was gibt es dafür Alternativen zum Auto?

00:09:07: Der Verkehr ist ja der größte CO-Emitent in Österreich.

00:09:10: Und die leisten z.B.

00:09:12: einen Zuschuss zum Klimaticket in Höhe von sechzig Prozent.

00:09:15: Das ist natürlich schon sehr attraktiv!

00:09:18: Da haben dann die Mitarbeiterinnen einen direkten Benefit davon.

00:09:22: Und wie nehmen sonst die MitarbeiterInnen das Thema auf, auch wenn es mit zusätzlicher Arbeit verbunden ist?

00:09:29: Es kommt natürlich bei den Mitarbeiterinnen unterschiedlich intensiv an das Thema und da ist natürlich auch schon die eigene Einstellung zu dem Thema jetzt wichtig, aber es gibt einfach Dinge, die sind zu tun.

00:09:41: Und da würde ich sagen haben wir mit vielen Bewusstseinsmaßnahmen in den letzten Jahren doch schon noch einiges erreicht bei den Mitarbeiterninnen dass sie es nicht so als On-Top-Thema sehen, das Sie jetzt auch nachmachen

00:09:53: müssen

00:09:54: sondern dass es wirklich immer mehr auch in unsere Prozesse einfließt integriert wird.

00:10:00: Ja sehr spannend.

00:10:01: und wenn wir uns jetzt die Kundenseite anschauen, die Kundinenseite mit lehnen worauf sollten Kundinnen dann achten?

00:10:08: Wenn sie beurteilen möchten wie nachhaltig eine Bank tatsächlich ist?

00:10:13: Also ich finde da gibt es ganz viele Punkte die man sich anschauen kann.

00:10:15: also das sind ganz viele wichtige Punkte natürlich auch schon genannt worden.

00:10:19: Ich habe ganz gerne vor allem diesen Multiplicator Effekt im Auge was ein Bankerfach hat also Stichwort Das Kerngeschäft von einer Bank, die schon erwähnt worden ist.

00:10:28: Welche Finanzierungen werden getätigt?

00:10:30: Wo fließt das Geld hin?

00:10:32: Und auf das kann man eben auch natürlich schauen wo man einfach sagt okay wie ist das Produktportfolio gestaltet welche Produkte gibt es da und ich finde es ein bisschen schade weil wir haben in Österreich ja leider keine per se nachhaltige Bank, also so wie in Deutschland zum Beispiel.

00:10:46: Da gibt es ja Banken die sich rein aus dem Zweck heraus gegründet haben wirklich Nachhaltigkeit ganz oben anzustellen.

00:10:53: das haben wir in Österreich momentan noch nicht.

00:10:56: aber es gibt natürlich Dinge auf die man achten kann jetzt auch einfaches Privatperson damals nicht so im Thema drinnen ist und da ist vielleicht auch ein ganz guter eine ganz gute Orientierung.

00:11:08: Sie die Queen Finance Alliance zum Beispiel auch anzuschauen, zu schauen okay wer sind da Mitglieder?

00:11:13: Welche Finanzinstitute haben sie bereit erklärt wirklich ja ein Commitment einzugehen und zu sagen gut ich gehe diesen Weg mir ist das Thema wichtig und möchte doch heute Aufmerksamkeit auf das Thema lenken weil dann sind auch so Themen wie Science Best targets auch ein Thema natürlich sich anzuschauern.

00:11:35: Was bedeutet das genau?

00:11:37: Da geht es darum, dass die Ziele, in denen sich für die Bank eben setzt, ob die auch wirklich umsetzbar sind.

00:11:42: Also da schaut man sich wirklich an okay mit wissenschaftlicher Grundlage sind die Zielen, die wir uns setzen realistisch können wir sie umsetzen und wie schaut genau der Maßnahmenplan dafür aus?

00:11:53: Und ich glaube das ist halt die große Aufgabe, die alle gemeinsam stemmen müssen und das sind Finanzinstitute ganz ein großer Hebel und wenn man das wirklich mit Ernsthaftigkeit angeht Dann ist es schon gut dahin, dass darauf, ob die Bank wirklich ihre Rolle in ihrer Verantwortung nachkommt.

00:12:09: Genau!

00:12:09: Also auch Stichwort Green Finance Alliance und sich anzuschauen wo fließt auch das Geld hin?

00:12:16: Und bezüglich Green Finance Allianz freut uns natürlich, dass wir als Hyper-Oberösterreicher wirklich Gründungsmitglied sind Und es hat sich wirklich viel verändert durch die Green Finance Alliance.

00:12:26: Es ist wirklich viel weitergegangen, wir haben eine Klimastrategie und eine Engagementstrategie.

00:12:31: Wir haben diese SBTs definiert, dieses Science-Based Target, das du schon erwähnt hast, Madeleine.

00:12:37: Es hat sich ganz viel getan und da ist schon die Green Financial Alliance einen großen Beitrag dazu geleistet.

00:12:45: Ja!

00:12:46: Madelein was ist aus deiner Sicht wichtiger?

00:12:49: Eine nachhaltige Bank für das Bankkonto auszuwählen oder innerhalb der jetzigen Bank ein nachhaltiges Konto, oder nachhaltige Finanzprodukte zu wählen?

00:12:58: Ich würde mir beides wünschen und ich glaube wir brauchen auch beides.

00:13:01: Also ich würde natürlich wünschten dass wir eine reine nachhaltigke Bank in Österreich haben aber ich glaub das es unglaublich wichtig ist bei der jätzlichen Bank dort wo man das eigene Konto hat auch immer wieder nachzuhacken und zu fragen hey habt ihr nachhaltiges konto Und da in dem Zusammenhang ist mir sehr wichtig, das österreichische Umweltzeichen zu erwähnen.

00:13:19: Also wirklich ein zertifiziertes nachhaltiges Konto wird.

00:13:23: es bedeutet auch hier wieder dass sich die Bank committet hat also wirklich sich überprüfen lässt der Prozesse dafür aufgesetzt werden und dann können wir Schritt für Schritt das in eine richtige Richtung bewegen.

00:13:35: Also beides wäre schön!

00:13:36: Wenn man seine eigene Bank doch nicht verlassen möchte hat man auch innerhalb da auch Spielräume.

00:13:41: Ich glaube das auch wichtig ist damit Der Bank zeigt, dem ist das Thema wichtig und ich möchte es hinterfragen.

00:13:48: Und ich glaube dass wir so je mehr wir da bewusster nach der Verschaffung der Bank zeigen hey unseren Kundinnen ist es wichtig und dann vielleicht noch mehr Motivation da ist sie mit dem Thema zu beschäftigen.

00:14:00: Margit wie ist es in euren Kunden-Kundinengesprächen?

00:14:04: wird es vermehrt auch angefragt?

00:14:06: Ja, sehr stark sogar.

00:14:08: Wir haben auch im Chiro-Bereich nur mehr nachhaltige Kunden an und bei zwei Drittel unserer Kundinengespräche ist das Thema Nachhaltigkeit ein Thema und die geben es dann auch im Anlegerprofil an dass sie nachhaltig anlegen wollen.

00:14:27: Und genau wie Madeline gesagt hat immer mehr Kundinnen fragen uns vor allem Junge was macht die Bank eigentlich mit meinem Geld?

00:14:36: Also da sehen wir das schon doch auch bewusst sein, dass die Leute das aktiv nachfragen.

00:14:42: Und Margit du hast dir bereits einen kurzen Einblick gegeben welche Maßnahmen eure Bank eben im Nachhaltigkeitsbereich setzt und wie du erwähnt hast ist eben die eine Seite des Kerngeschäfts der Bank stichwort eben nachhaltige Finanzprodukte.

00:14:57: und warum bietet ihr das Hyperobösterreich auch schon so lange diese an?

00:15:02: Und welche Vorteile bringt euch das?

00:15:05: Unser Vorstand ist das Thema wichtig und das ist natürlich schon entscheidend.

00:15:09: Das muss wirklich von der obersten Ebene ein Commitment zu diesem Thema geben, weil sonst sind es mehr so Aktionen nur die gesetzt werden.

00:15:18: Wir haben sie eben in der Strategie verankert, weil wir einfach davon überzeugt sind und auch unser Vorstand dass der Klimawandel Volkerisiken für uns alle hat und deswegen wollten wir die aus unserem Kerngeschäft anbieten.

00:15:30: jetzt nicht nur Holzgeschenke zum Weltspardag, das ist nett aber nicht unser Kerngeschäft.

00:15:35: Sondern der große Hebel wir auch schon erwähnt sind einfach die Finanzprodukte und deswegen bieten wir nachhaltige Produkte an.

00:15:44: seit Jahrzehnteinundzwanzig da haben wir uns einen ersten Green Bond begeben der mehrfach überzeichnet war, damit verbunden unseren nachhaltigen Wohnkredit.

00:15:54: Auch da haben wir schon fast achthundert Nachhaltige-Wohnkredite und auch unser erstes nachhaltiges Chirurgonto das wir eben damals auf den Markt gebracht haben.

00:16:03: Und mich freut es auch sehr dass viele Produkte davon das schon von Atläne erwähnt der österreichische Umweltzeichen haben weil das ist unter den ganzen Siegeln wirklich so der Goldstandard.

00:16:13: Anbieter von nachhaltigem Finanzprodukten wie Fonds & ETFs sind auch immer wieder in der Kritik gestanden und der Verdacht auf Greenwashing.

00:16:22: Wir haben jetzt gehört, dass Umweltzeichen wirklich ein Siegel ist.

00:16:25: aber wenn das jetzt quasi nicht vorhanden ist kritische Menschen fragen sich ja dann vielleicht Ist es nicht alles grüner Fassade?

00:16:33: Madeleine wie berechtigt ist diese Kritik?

00:16:36: Da kommen wir zu einem Herzensthema von mir weil ich selber mein Masterarbeit zum Thema greenwashing beim nachhaltigen investieren geschrieben habe.

00:16:43: Ich finde es ganz spannend.

00:16:45: Ja, ich bin schon der Meinung dass die Vorwürfe von Greenwashing noch immer teilweise gerecht sind aber es hat sich schon sehr viel getan.

00:16:53: Es gibt auch unterschiedliche Richtlinien die das jetzt regulieren und es gibt immer mehr was sich in den letzten Jahren angetan hat.

00:17:00: Die Finanzmarktaufsicht schaut jetzt drauf wie die Finanzprodukte genannt werden ob das wirklich zu dem passt was halt auch wirklich dann investiert wird.

00:17:09: oder auch die EMCO-Richtlinie kommen ja jetzt und regelt da sehr viel.

00:17:15: Aber es ist halt das Thema, dass auch wenn's ganz viele Richtlinien dazu gibt.

00:17:20: Es ist trotzdem immer noch so, dass die Öffentlichkeit als Privatperson hat man ein gewisses Bild dazu.

00:17:25: Da muss ich an das Zitat von meiner Fokusgruppe damals denken bei meiner Masterarbeit.

00:17:30: Da ist gesagt worden ja was Greenwashing isst quasi definiert.

00:17:35: Damals ist gesagt worden, der Mob habe ich ein bisschen falsche Bezeichnung dafür gefunden.

00:17:39: Aber es hat den Punkt ganz gut getroffen weil wenn jemand etwas aus Greenwashing empfindet dann ist er trotzdem der Vertrauensverlust da und ich glaube das deswegen auch eben diese zuvor schon erwähnt die Transparenz mehr braucht.

00:17:52: und wenn jetzt so klassisch Klassisches Beispiel für Greenwashing, wo ganz oft die Greenwasching-Farbe für sehr schnell im Raum stehen.

00:17:59: Vor allem was ich meine Workshops kenne von Privatpersonen ist zum Beispiel die Anlagestrategie Best in Class und da sagt man okay, man investiert in eine, nein ein bisschen vermeintlich böse Branche.

00:18:12: sagen wir jetzt einmal einen Ölunternehmen steckt er trotzdem noch im Fond drinnen weil man gesagt hat ok Ich habe mir aus der Ölbranche nach das Unternehmen rausgesucht dass sich am meisten bemüht.

00:18:23: So geht's mir so ganz salopp.

00:18:25: Und es kann aber natürlich, wenn das jetzt einer Privatperson nicht in Kontext gesetzt wird und erklärt wird was es bedeutet dieser Best-in-Klass Ansatz dann kann sich die Privatperson halt irgendwie ein bisschen getäuscht fühlen weil sie sagt naja ich möchte nachhaltig investieren und da ist ja eine Ölunternehmen drinnen und wir haben heute auch das große Thema dass Nachhaltigkeit ganz ein individuelles Thema ist also für jede Person etwas anderes vielleicht aus Greenwashing gelten.

00:18:50: Das heißt, was wären dann Strategien dagegen als Privatperson?

00:18:55: Da gibt es unterschiedliche.

00:18:56: Also zum einen glaube ich ist es wichtig dass ich mir als Priwatperson einmal Gedanken mache welche Themen sind mir wichtig.

00:19:02: worauf möchte ich schauen und dann so schaun?

00:19:04: wie kann ich da die Informationen für mich rausfinden?

00:19:06: Und das ist auch unser Ansatz mit Clean West.

00:19:09: denn wir haben heute nicht klassische Artikel acht oder Artikel neun Fonds wie man nach der EU Offenlegungsverordnung zum Beispiel kennt.

00:19:17: also das kurz im Kontext gesetzt Artikel Achtfond wäre heute ein sogenannte hellgrüner Fond und Artikel neun redet man auch von dunkelgrünen Fonds, aber da kann man sich schwer was vorstellen.

00:19:28: Wir bei Clean West haben eben frei von Kohle als Kriterium oder frei vom Kinderarbeit oder frei von Öl.

00:19:35: Und damit überlassen wir den Privatpersonen die Entscheidung.

00:19:38: Was ist mir wichtig?

00:19:40: Und sich so tools eben zu suchen und da auch eben zu hinterfragen, das österreichische Umweltzeichen ist auch schon ein großer Schritt.

00:19:47: Weil man da halt auch sagt okay worauf wird er geachtet?

00:19:51: Da gibt es mehrere Werkzeuge die man nutzen kann um sich da einfach Schritt für Schritt von Greenwashing zu schützen.

00:19:57: besser.

00:19:58: Genau also man kann sie durchaus einmal auf der Plattform Clean West umschauen und sehen was da so gibt!

00:20:03: Unbedingt freu ich mich natürlich

00:20:07: Margit, wie beschäftigt dich das Thema Greenwashing in deiner Arbeit?

00:20:11: Natürlich auch sehr stark.

00:20:12: Vor allem die soeben erwähnte EMCO ist natürlich wieder ein Regelwerk mehr, dass jetzt in Kraft tritt.

00:20:20: Ich finde es aber auch ganz wichtig, dass es da viele Gesetze und Verordnungen gibt zu dem Thema weil die Nachhaltigkeit einfach schon ein sehr breites oft schwieriges Thema in der Definition ist.

00:20:34: Darum haben wir auch zum Beispiel gewisse Ausschlusskriterien definiert oder auch Positiv-Kriterien, aber unser Bank ist natürlich... Wir müssen ja die Gesetze einhalten und uns ist es aber auch wichtig generell dass wir das Thema Nachhaltigkeit ehrlich und transparent umsetzen und auch so kommunizieren.

00:20:52: Und eben darum helfen so Regularien wie die EMCO.

00:20:55: trotzdem, auch wenn sich viele darüber beschweren, sich unternehmen, damit dem Thema Nachhaltigkeit und auch wirklich ... ehrlicher Nachhaltigkeit auseinandersetzen und was mich auch schon sehr freut, dass immer mehr Konsumentinnen einfach noch reflektierter werden.

00:21:12: Und wirklich schon so gut informiert zu uns kommen und dann uns ganz konkrete Fragen stellen haben sie diese Themen abge- ausgeschlossen oder wie sieht es mit diesem Themenbereich aus?

00:21:24: Das finde ich auch eine sehr gute Entwicklung.

00:21:26: vor allem die junge Generation ist da wirklich schon sehr gebildet Zum Glück sehr wissbegierig.

00:21:34: Ja, dann... Ich freu mich

00:21:34: total.

00:21:36: Das finde ich super!

00:21:38: Ja, da ist auch gut zu hören quasi direkt aus der Bank heraus wie es aussieht was auch in Interaktion mit den Kundinnen passiert.

00:21:49: Margit, was kann ich mir als Kundin unter einem nachhaltigen Bankkonto vorstellen?

00:21:55: Du hast schon erwähnt ihr bietet es eigentlich nur mehr nachhaltige Chirurkonten an?

00:22:01: Was heißt das jetzt genau?

00:22:02: Genau, es ist eigentlich leicht erklärt.

00:22:05: Bei einem nachhaltigen Konto werden die Einlagen der Kundinnen ausschließlich für nachhaltig finanzierungen verwendet.

00:22:13: Das garantiert ein eigener Rechnungskreislauf, da kann man sich wirklich sicher sein.

00:22:18: Und natürlich stellt sich jetzt die Frage ja was sind denn nachhaltige Finanzierungen?

00:22:23: Da gibt es mehrere Ansätze auch wie Matt Lehn schon erwähnt hat.

00:22:26: Es gibt einerseits die Ausschlusskriterien zum Beispiel Kinderarbeit Ausbau in fossile Energieträger etc.

00:22:34: und wir haben aber auch positive Kriterien definiert nämlich energieeffiziente Wohngebäude Und somit können wir diesen Bereich auch fördern.

00:22:43: Und darum ist es ganz wichtig, wie Matt Lehn auch gesagt hat, dass man sich als Kundin da informiert welche Ausschlusskriterien hat eine Bank, wie definiert eine

00:22:52: Bank?

00:22:53: die nachhaltigen Finanzierungen, es gibt zwar natürlich die Taxonomieverordnung aber auch hier gab sie wieder regulatorische Änderungen.

00:23:00: Aber einfach sich informieren und auch die Eigenverantwortung zu übernehmen danach zu fragen was wird denn wirklich dann mit meinem Geld gemacht?

00:23:08: Und eben wie schon erwähnt das Fragen sich immer mehr Kundinnen auch veranlagungsseitig.

00:23:14: Das freut uns auch natürlich sehr und ich habe mir da eine Zahl rausgesucht, dass in Österreich – wir sind da wirklich gut unterwegs im europäischen Vergleich – das schon über fünfzig Prozent aller österreichischen Investmentfonds bereit nachhaltig zahlen.

00:23:32: Das sind rund hundertdreiundzwanzig Milliarden Euro.

00:23:36: Wow!

00:23:36: Das ist schon eine ziemlich enorme Zahl

00:23:39: genau.

00:23:39: Da sind wir eben wieder beim Thema Da kann mit Geld einfach ganz viel Gutes bewirkt werden.

00:23:45: Genau, dann geht es jetzt nur darum dass die nächsten fünfzig Prozent auch in diese Richtung gehen und auch über die Konten hinaus.

00:23:56: welche nachhaltigen Finanzprodukte werden besonders stark von Privatpersonen nachgefragt?

00:24:01: Jetzt in eurer Bank.

00:24:02: Es sind da prima die nachhaltige Fonds nach Artikel acht und neun, wie es Madeleine schon erwähnt hat.

00:24:08: Und hier haben wir unseren Produktkatalog dann natürlich auch dementsprechend ausgerichtet.

00:24:13: Es sind drei von vier Fonds schon nachhaltige Fonds gemäß Artikel eight und neune weil eben gerade dieser Bereich sehr stark nachgefragt wird.

00:24:23: also sieht man ja auch quasi die Nachfrage dass die dann auch wieder das Angebot erhöht.

00:24:29: Genau.

00:24:29: Und einfach auch in dem Sinne, es ist bei uns ja ein laufender Prozess dieser Wertpapier Produktkatalog der wird natürlich an die Entwicklungen aber auch an die Kundenbedürfnisse und dann die Nachfrage immer wieder angepasst bzw.

00:24:42: Sie versuchen natürlich unsere... Experten in dem Bereich auch immer wieder Neues anzupieten, aber eben noch ganz strengen Kriterien.

00:24:50: Das heißt das österreichische Umbildzeichen oder einen gewissen Standard von internationalen Rating-Agenturen.

00:24:57: Aber einfach wirklich immer an den Markt und die geänderten Bedürfnisse – es ist heute anders als vor fünf Jahren – wird dieser Wertpapier Produktkatalog bei uns im Haus dann angepasst?

00:25:08: Ja, sehr spannend.

00:25:10: Und Madeleine, wie sieht es jetzt aus?

00:25:13: Viele haben auch schon von ETFs gehört und wissen aber vielleicht gar nicht so genau was ein ETF tatsächlich ist und wie sich diese auch von einem Fonds unterscheidet.

00:25:23: Kannst du das für unsere Hörerinnen kurz einordnen?

00:25:27: Natürlich!

00:25:27: Sehr gerne.

00:25:29: Grundsätzlich diese mysteriösen drei Buchstarben – ETFs – was ist das überhaupt?

00:25:34: Exchange Traded Funds Was heißt es übersetzt?

00:25:37: Ein sogenannter Börsen gehandelter Indexfond.

00:25:40: Und jetzt das ganze Lob, um zu verstehen was der Unterschied zwischen dem Fond und ein ETF ist, ich sage immer ganz gerne stellst du euch einen riesengroßen Blumenstraß vor oder ein Obster- oder Gemüsekorb je nachdem.

00:25:51: Im Endeffekt ist ein Fond oder ein ETF einfach ein riesengrosses Blumenstrasse an unterschiedlichsten Wertpapieren.

00:25:58: Da stecken ganz viele unterschiedliche Unternehmen drinnen aus unterschiedlichen Branchen, aus unterschiedlicher Ländern unterschiedliche Unternehmensgrößen und der Vorteil für mich als Privatperson ist dann letztlich, dass ich mein Risiko dadurch extrem gut streuen kann.

00:26:14: Und beides sowohl Fonds als auch ETFs sind so ein riesengroßer Blumenstraß.

00:26:19: was ist der Unterschied?

00:26:20: zwischen diesen beiden?

00:26:21: jetzt, bei einem Fonds spricht man ganz oft vor einem aktiv gemanischten Fonds.

00:26:25: Das sind dann meistens die wenn wir zur Bank geben gehen.

00:26:28: im Beratungsgespräch werden ganz auf aktiv gemänschte Fonds eben einen gezeigt.

00:26:33: das bedeutet dass wirklich ein Fondsmanagement also Menschen dahinter sitzen die aktiv die Entscheidungen treffen sozusagen welche Blume kommt in meinem Blumenstrauß bzw welches Unternehmen kommt eben in den Fonds und auch zu welcher Gewichtung Ein ETF ist im Vergleich dazu, da gibt es kein direktes aktives Management.

00:26:52: Also da stecken keine Personen im Hintergrund die wirklich Entscheidungen treffen, sondern wird ein sogenannte Index nachgebaut.

00:27:00: Das ist immer ein gewisser Stimmungsbarometer für einen gewissen Markt, sag ich jetzt einmal.

00:27:05: Wenn wir uns das klassische Beispiel von ETFs sprechen vom MSU World... und anschauen, das ist eben der Weltindex.

00:27:12: Der soll den ganzen Weltmarkt abdecken und dann würde ein ETF genau diesen MSI World nachbauen.

00:27:20: Und jetzt gibt es aber natürlich halt Unterscheidungen.

00:27:23: und da ist dann immer die Frage was man als Privatpersonen wenn man investieren möchte wirklich will oder in welche Richtung es heute gehen soll?

00:27:30: Weil dann wird ja oft auch unterschieden im ETF ist jetzt nachhaltig oder nicht.

00:27:35: Was bedeutet das jetzt?

00:27:37: Wenn wir von nachhaltigen ETFs sprechen, da kann man immer zwei Sichtweisen haben.

00:27:42: Das eine wir nehmen einen sogenannten Welt-ETF oder breitgestreuten ETF her und sozusagen filtern die schlimmsten der Schlimmsten raus.

00:27:53: also das heißt es gibt natürlich wenn man sich jetzt an ISG ETF oder ISG für environment social and governance oder zum Beispiel einen SRI, also für Social Responsible Investing.

00:28:06: Dann sind das nachhaltigere Alternativen.

00:28:08: aber natürlich ist es trotzdem kein Finanzprodukt mit dem wir die Welt retten werden und da nur die Nachhaltigsten Unternehmen drinnen stecken sondern dass immer doch eher... Da war die herangehensweise zu sagen gut wie fehlt dann eben die schlimmsten der Schlimmsten raus sage ich jetzt einmal.

00:28:23: Also das ist die eine Sichtweise, aber man kann natürlich auch sich nachhaltige Themen ITFs raussuchen und die dann wirklich eine ganz bestimmte Branche abdecken.

00:28:31: Das können jetzt ... das kann saubere Energie sein, das kann ein Thema im Bildungsbereich sein oder Gesundheit.

00:28:38: Da gibt es dann viele unterschiedliche Aspekte, die man sich anschauen kann.

00:28:41: Und das sind halt für mich zwei unterschiedliche Betrachtungsweisen, die er hat wenn man vor allem in ITF's investieren möchte.

00:28:52: auch sinnvoll sein kann, sich zu überlegen oder zu schauen sind die ETFs.

00:28:57: werden hier die Shareholder-Rechte genutzt.

00:29:00: Was bedeutet das genau?

00:29:02: Ganz ein wichtiger Punkt weil wenn wir in ETFs investieren dann geben wir als Privatpersonen sozusagen unsere Stimmrechte ab sobald du dir eine Aktie von einem Unternehmen kaufst.

00:29:14: Aktien haben wir jetzt gar nicht besprochen.

00:29:16: Ganz kurz, also wenn man Aktien kauft dann kaufst du dir einen Minianteil von einem Unternehmen.

00:29:21: Also wie wenn du die wirklich ein Stück der Torte bekommst und bekommest auch dann die Gewinne ausgeschüttet.

00:29:27: Und beim ETF kauf ich ja eben ganz viele Aktien.

00:29:31: muss jetzt nicht ein Aktien-ETF sein, aber wenn ich Aktionärin oder Aktionäer bin habe ich Stimmrechte und wenn ich mir einen ETF kaufe dann gebe ich dir den sogenannten ETF für Anbietter ab.

00:29:42: Und da kann es einen ganz großen Unterschied machen ob also wie der Formverwalter oder ETF-Anbieter dann abstimmt bei den Unternehmen.

00:29:51: Da gibt's auch von Share Action zum Beispiel ein Report die man sich anschauen kann wo Sodamienregel könnte man sagen, dass die amerikanischen Anbieter sowie klassisch iShares oder Vanguard eher nicht ganz so ernst nehmen mit dem Thema Nachhaltigkeit und das man da schon merkt, dass europäische Anbiete da halt verstärkt für Klimaschutz vielleicht abstimmen in den Hauptversammlungen.

00:30:18: Oder eben auch generell ihre Stimmrechte einfach wirklich aktiv nutzen also auf Unternehmen zu gehen und da jetzt für Veränderung sorgen wollen.

00:30:27: Also es gibt ja quasi unterschiedlicher Hebel, wo man ansetzen kann?

00:30:31: Absolut.

00:30:32: Ich finde auch generell das ist ein ganz wichtiges Thema auch dass wir in Engagement gesprochen dann wirklich die Unternehmen darauf anspricht wie habt sich das ihr vorgestellt?

00:30:42: weil es ist kein Unternehmen von heute auf morgen klimaneutral.

00:30:46: das ist unmöglich.

00:30:47: das ist auch wirtschaftlich nicht darstellbar und gerade da hakt sie oft an.

00:30:52: gerade deswegen wird das Thema ja oft abgelehnt angeblich so viel Geld kostet.

00:30:58: Aber man kann ja ein Unternehmen fragen, welchen Weg hat es sich vorgenommen?

00:31:02: Da gibt's diese sogenannten Transitionspläne.

00:31:05: also das ganze Thema ist ein Transitionsthema weil es eben nicht von heute auf morgen geht.

00:31:11: und welchem Weg hat sich da ein Unternehmen vorgestellt?

00:31:14: welche Ziele hat sie sich da gesetzt?

00:31:16: sagen auch langfristig bis zum Jahr zwanzig vierzig-zwanzig fünfzig?

00:31:20: Welche Maßnahmen sind dafür gesetzt?

00:31:23: und da kann wirklich jeder einzelne einen Beitrag leisten, indem er eben auch sein Stimmrecht ausübt oder bei uns die Kundenberaterinnen.

00:31:31: Bei ihren Kunden das sind dann natürlich im Kommerzbereich Firmen, die dann auch fragen wie es schaut's bei euch aus?

00:31:39: Welche Maßnahmen setzt ihr für den Klimaschutz?

00:31:42: und da kann wirklich jeder einzelne ganz einen großen Beitrag auch leisten.

00:31:47: wenn ich da noch was ergänzen darf.

00:31:48: Und das sieht man auch nämlich bei diesem großen Unterschied zwischen ETFs und aktiv gemäßten Fonds, weil es muss halt nicht bedeuten, wenn ich jetzt also zum einen bei ETFs basiert ist heute nicht so aktiv wie bei Aktiv gemäßen Fonds!

00:32:02: Wenn die Anlagestrategie Engagement schon erwähnt worden ist

00:32:05: z.B.,

00:32:06: dann kann das ja der totalen großer Hebel sein und dann kann ich in Unternehmen investiert sein, noch auf dem Weg sind und kann damit vielleicht nur für mehr Veränderung vorantreiben.

00:32:18: Und deswegen finde ich einfach ganz wichtig zu hinterfragen, okay in welches Finanzprodukt welchen Weg möchte ich gehen?

00:32:23: Was ist mir wichtig?

00:32:25: Ich glaube dass man da bei der Anlage auch bei der persönlichen Altersvorsorge überrollen an unterschiedlichsten Hebeln drehen und bewegen kann und ich glaube insgesamt braucht es für das einfach mehr Transparenz

00:32:38: Genau, auch mehr Zeit.

00:32:39: Weil ich glaube die Nachhaltigkeit wird immer so schön verglichen sie ist ein Marathon und kein Sprint.

00:32:44: aber der Weg dauert einfach und das ist auch wert gerade heute natürlich für die kommenden Generationen.

00:32:51: Und Margit wenn jetzt unsere Hörerinnen dazu sich in einem Bankgespräch noch näher informieren möchten und beraten lassen möchten weil es ist ja vielleicht noch gar nicht so leichtes jetzt einzuordnen was will ich überhaupt?

00:33:02: Aber was wären hier wichtige Fragen, die mein Beratungsgespräch stellen soll.

00:33:07: Also erstmals ein guter Berater, eine gute Beraterin stellt viele Fragen und hört zu, was ist der Kundin?

00:33:15: Was ist dem Kunden

00:33:16: wichtig?".

00:33:17: Und zwei konkrete mögliche Fragen jetzt seitens der Kunden könnten sein.

00:33:21: Tragen die empfohlenen Produkte ein Siegel zum Beispiel das österreichische Umweltzeichen und hat die Bank das Thema Nachhaltigkeit in der Strategie verankert weil dann hatte sich wirklich zu diesem Thema committet.

00:33:36: Ja, zwei ganz konkrete Fragen, die man sich auf jeden Fall mitnehmen kann.

00:33:41: Und Madeleine, wenn unsere Hörerinnen das Thema jetzt gerne selbst mehr an die Hand nehmen möchten und vielleicht auch Richtung ETFs und Fonds überlegen zu investieren.

00:33:51: Was ratest du da ihnen als erste Schritte?

00:33:55: Als erste Schritt würde ich auf alle Fälle sagen sich eben selber darüber im Klaren werden welche Erwartungshaltung habe ich in der Finanzprodukte und dann dem eben auch nachgehen.

00:34:05: Dann ist es leicht aus der Schritt zu sagen okay ich achte eben im ersten Schritt Siegel, eben wie das österreichische Umweltzeichen zum Beispiel oder es gibt auch das FNG-Siegel vom Forum für nachhaltige Geldanlagen.

00:34:17: Das haben wir heute glaube ich noch gar nicht erwähnt.

00:34:20: oder eben auch wirklich Vergleichsplattformen zu nutzen und zu sagen okay da sitzen Menschen die Tag täglich nichts anderes tun als Unternehmen auf ihre Nachhaltigkeit zu überprüfen und sich eben die Lieferkette auf Menschenrechtsverletzungen anzuschauen und auf sie zurückgreifen und so sagen diese mal guter erster Schritt um Da ein Gefühl dafür zu bekommen, was steckt ihm in dem Finanzprodukt eigentlich drinnen?

00:34:42: Und da wird ja auch die EMCO helfen.

00:34:45: Die ihr wirklich Kundinein vor Greenwashing schützen soll!

00:34:50: Letztlich geht es einfach darum, dass wirklich das kommuniziert werden soll was drin steckt und man darf dann immer beliebig irgendwelche Finanzprodukte irgendwie Impact oder Social- oder sonstwas nennen.

00:35:01: Sondern es gibt ganz klare Richtlinien die da hinterstecken und das schützt auf alle Fälle Privatpersonen zukünftig.

00:35:08: Das war in den letzten Jahren am Markt.

00:35:10: hat man das nicht so gesehen?

00:35:11: Es wird auch in Kürze unsere Arbeiterkammerstudie veröffentlicht, die wir regelmäßig mit der Arbeiterkammer Oberösterreich machen Und da sieht man auch ganz klar die Entwicklung der letzten Jahre, dass das doch immer besser wird.

00:35:24: Weil es jetzt einfach kontrolliert wird.

00:35:26: Das heißt noch nicht, dass alle Privatpersonen zu hundert Prozent geschützt sind.

00:35:31: Ich glaube trotzdem, dass ein bisschen Hinterfragen trotzdem ganz dringend braucht und man sich nicht zurücklehnen darf.

00:35:38: aber da tut sich sehr viel und ist auch gut so.

00:35:40: Aber ist trotzdem noch Luft nach oben.

00:35:43: Also es wird hoffentlich auch Schritt für Schritt dann leichter, auch für Personen die jetzt nicht so tief im Dremar drin sind da mehr Klarheit und Transparenz zu haben.

00:35:52: Genau!

00:35:52: Und das müssen einfach Produkte sein, also jetzt im Finanzbereich aber auch in anderen Bereichen einfach emkokonform sein.

00:35:58: und wenn sie dies nicht sind, dann sehen Sie einfach nicht halten Sie meistens nicht das was Sie bezüglich Umwelt Aussagen versprechen.

00:36:07: Und manche denken sich, das ist vielleicht doch ein bisschen zu kompliziertes Thema.

00:36:13: Aber eigentlich interessiert es mich schon.

00:36:15: Madeleine, welche Tipps hast du, dass wir uns davon nicht einschüchtern lassen?

00:36:22: Wir sollten uns generell von gar nichts einschüttern lassen!

00:36:26: Ja ich würde sagen... Ich gebe ganz gern diesen Tipp mit.

00:36:29: Sucht euch einen Buddy, mit dem ihr euch gegenseitig also wirklich konkret Freund im Umfeld oder Familienmitglied oder so, mit dem ich mich gegenseitig regelmäßig pusche.

00:36:41: Damit man über das Thema einfach öfters spricht.

00:36:44: Weil dann kann man sich gezielt Beratungstermine ausmachen, man kann einmal ein Buch lesen und einen Podcast hören zu diesem Bereich Und dann wirklich zu sagen Ich bleibe aktiv dran und meistens wenn man zweite Person hat mit der man sich das ausgemacht hat Dann bleibt man noch etwas mehr dran und hatte ein bisschen mehr.

00:37:01: also zumindest merke ich, dass dieser Tipp in meiner Community immer sehr gerne angenommen wird und die dann auch bei meinen Community-Calls sitzen und sagen ja tatsächlich wir pushen uns gegenseitig.

00:37:12: Und vielleicht ist das ganz ein guter erster Anhaltspunkt damit man sich nicht so als Einzelkämpferin fühlt einfach einmal so sicher ein bisschen Verbindlichkeit dadurch zu schaffen und dran zu bleiben?

00:37:23: Ja sehr gut!

00:37:24: Das kann man auf jeden Fall mitnehmen.

00:37:25: diesen Tipp.

00:37:26: und mit Blick auf die Uhr sind wir auch schon relativ fortgeschritten mit der Zeit.

00:37:32: und da komme ich dann auch schon zur abschließenden Frage.

00:37:36: Was ist euer persönlicher Tipp unserer Hörerinnen, die das Thema eben spannend finden und sich weiter damit beschäftigen möchten?

00:37:43: Also auch darüber hinaus – wir haben schon gehört – zu zweit das Thema angehen!

00:37:47: Und Marc, was wäre dein Tipp?

00:37:49: Natürlich, so hyper oberes Reich kommen gerne nach online.

00:37:53: Viele Beraterinnen haben bei uns auch diese ISG-Advisor Weiterbildung und generell, wie Madeline sagt an diesem Thema dranbleiben.

00:38:02: Es scheint so als ob sich die Welt derzeit in eine andere Richtung entwickeln würde, aber bitte dran bleiben informieren, informieren informieren denn wir denken dass in zehn Jahren nachhaltiges investieren das Standard sein wird.

00:38:15: Sehr schön!

00:38:16: Und ich würde mir wünschen, dass wir trotzdem unseren Anspruch an hundert Prozent der Perfektion ein bisschen ablegen.

00:38:22: Weil ich merke das mal ganz oft und ich kenne es von mir selbst nur zu gut.

00:38:26: diese Reise Ich habe mich ganz viel informiert und wollte noch mehr herausfinden und wollten noch mehr Infos rauskriegen.

00:38:33: Am Ende des Tages ist es wichtiger loszulegen und am Weg zu lernen und am weg dann noch mehr herauszufinden als gar nicht zu starten Gerade wenn es um die finanzielle Unabhängigkeit geht, vor allem für Frauen und Flinterpersonen da wirklich zu sorgen diese hundertprozentige Perfektion einmal bis sie zur Seite zu legen trotzdem zu starten mit dem Bestmöglichen.

00:38:55: Und dann am Weg noch mehr weiterzulernen.

00:38:58: Ja danke für die tollen Abschlussworte und für das spannende Gespräch!

00:39:03: Danke für die Einladung!

00:39:05: Danke hat mich sehr gefreut!

00:39:07: Liebe Hörerinnen, danke fürs Zuhören.

00:39:12: Das war der Klimadialog, ein Podcast von Klimaktiv – Der Klimaschutzinitiative des Bundes.

00:39:18: Wir unterstützen Menschen, Unternehmen und Gemeinden in ganz Österreich wirksame Klimaschutz voran zu bringen!

00:39:25: Ihr wollt selbst klimativ werden?

00:39:27: Auf unserer Webseite www.klimaktiv.at findet ihr fundiertes Fachwissen, praxistaugliche Werkzeuge und ein großes Netzwerk.

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